Lower Manhattan 2: Beethoven und die Indianer

Und noch einmal nach Lower Manhattan, diesmal mit dem Ziel, möglichst tolle Sachen zu machen und dabei kein Geld auszugeben. Um es vorwegzunehmen, es ist uns gelungen, und wir haben zusätzlich statt der anvisierten einen Fundmünze täglich insgesamt fünf eingesammelt. 

Cube by Isamu Noguchi (on Broadway in front of Marine Midland Bank)

Zunächst stand ein Klavierkonzert auf dem Programm. In der Trinity Church findet zur Zeit jeden Donnerstag um 13 Uhr ein Konzert statt, die Reihe trägt den schönen Titel „Revolutionaries„. Diesmal gab es eine Klaviersonate (No. 2, Op. 53) von Alberto Ginastera, einem argentinischen Komponisten aus dem letzten Jahrhundert und anschließend die „Hammerklavier“-Sonate (Op. 106) vom guten alten Beethoven. Wir kamen ein bisschen zu spät an und fanden deshalb nur noch einen Platz im Seitenschiff. Die Kirche ist sehr groß und sie war gut gefüllt. Damit hatten wir nicht gerechnet. Aber überall hingen Flachbildschirme, auf denen wir den Pianisten Paavali Jumppanen gut sehen konnten. Allerdings wurde der Musikgenuss etwas geschmälert, nicht nur durch die Menschen, die es nicht länger als höchstens zehn Minuten aushalten können, nur der Musik zuzuhören. Einem Zuhörer ein paar Bankreihen hinter uns gelang es, während des gesamten Konzertes tief und fest zu schlafen, obwohl Beethoven als auch der Zwischenapplaus ziemlich laut war. Aber sein konstantes Schnarchen war besonders während der Pianissimophasen sehr gut zu hören. 

inside Trinity Church, during the concert

Anschließend ging es wieder in das Alexander Hamilton US Custom House. Beim letzten Besuch hatten wir uns ja auf das Gebäude und seine Baugeschichte konzentriert. Aber das Gebäude beherbergt auch das National Museum of The American Indian, George Gustav Heye Center. Es ist ein Teil des Smithsonian und kostet keinen Eintritt. Insgesamt haben wir dort drei unterschiedliche Ausstellungen angesehen. Unbound, Narrative Arts of the Plains zeigt die bis heute überlieferte Tradition, die Geschichte des eigenen Stammes in Zeichnungen auf Häuten, Kleidung, Zeltplanen etc. festzuhalten. Gegenwärtige Künstler nehmen darauf Bezug, malen und zeichnen aber mehr auf ledger book paper, Blätter aus alten, aber auch neuen unbenutzten Kassenbüchern. Die Bilder zeigten Ereignisse aus dem Leben der Künstler und deren Verwandten und wurden wie Bildergeschichten gezeichnet. Klickt auf den Link, dort sind in einer slideshow noch mehr Bilder zu sehen, sehr bemerkenswert. Die Ausstellung Cerámica de los Ancestros, Central America’s Past Revealed gab einen Einblick in die vielfältige Kultur und lange Geschichte der Ureinwohner Zentralamerikas. Die Keramiken, sehr viele und sehr alte Behälter, Figuren, Masken etc., waren beeindruckend, aber nicht das Richtige für uns. Zum Schluss ging es in die Ausstellung über die Indianer des nordamerikanischen Festlandes. Hier wurde Kleidung, Waffen, Masken und Behältnisse ausgestellt. Es gab so viele unterschiedliche Völker hier, weit mehr, als wir bisher wussten. Die Artefakte waren unglaublich kunstfertig und die Geschichte der Auslöschung dieser Kulturen unglaublich traurig. Es ist kaum vorstellbar, allein an der Küste Kaliforniens lebten 200 verschiedene Stämme mit 100 verschiedenen Sprachen, und nichts davon hat überlebt, ist einfach ausgelöscht worden.
 

Conductors of Our Own Destiny, 2013 by Dallin Maybee
  
Women Traditional Dancers, 2012 by Darryl Growing Thunder
 

Gleich hinter dem Museum befindet sich das Fährterminal der Staten Island Ferry, dieser ikonischen gelben Fähren, die nonstop zwischen der Südspitze Manhattans und Staten Island, zehn km entfernt, hin und her pendeln, auch gratis. Wir kamen mitten in die rush hour, der Andrang in der Wartehalle war enorm, aber niemand drängelte, als es an Bord ging. Wir hatten schon damit gerechnet, dass wir auf die nächste Fähre warten müssten, aber diese Schiffe haben ein sehr, sehr großes Fassungsvermögen. Nach 25 Minuten waren wir auf der anderen Seite. Obwohl wir gleich wieder zurück wollten, mussten wir von Bord, wahrscheinlich wegen irgendwelcher Sicherheitsbestimmungen. Also einmal herunter vom Schiff, in die Wartehalle hinein, sich hinten bei den schon Wartenden wieder anstellen und zurück auf das Schiff gehen. Es fuhren nicht so viele zurück, daher bekamen wir einen Platz oben an der Seite, gut zum Fotografieren. 

 

Statue of Liberty
  
Staten Island Ferry
  
Lower Manhattan’s skyline
 

Our aim was to spend a day in Lower Manhattan doing exciting things without spending money. We succeeded. The first thing was a concert in Trinity Church. Thursdays at 1pm are free concerts and we listened to two piano sonatas, one by an Argentinian composer named Alberto Ginastera, and one by famous Beethoven. A very good concert except from the snoring of a man a few pews behind us. He managed to sleep throughout the whole concert, didn’t even wake up during the fortes in Beethovens sonata. Next on our agenda was a second visit to the US Custom House to visit the National Museum of The American Indian, George Gustav Heye Center, which is part of the Smithsonian and free of admission. We saw some amazing pieces of art. The most impressive part was the exhibition Unbound, Narrative Arts of the Plains, see the link above with some examples. The last thing was a trip with the Staten Island Ferry to get a little bit closer towards Miss Liberty. You have to leave the ferry even when you want to return. So off the ferry, into the waiting area, onto the same ferry again and in less than half an hour we were back in Manhattan.

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