Zu Besuch auf der Museumsmeile

New York City hat so viele Möglichkeiten, sich Kunst anzusehen, wir haben uns für den Anfang erst einmal auf die großen bekannten Museen konzentriert. Einige liegen praktischerweise wie Perlen aufgereiht am Cental Park. Unpraktischerweise ist das von unserem Startpunkt aus ziemlich weit weg, ca. 30km. Wir müssen zunächst zum Bus laufen, dann vom Bus in die Bahn, die unter dem Hudson hindurch fährt, umsteigen. Dann geht es zu Fuß zur nächsten Subwaystation und von dort aus wieder zu Fuß zum Central Park. Das kann bis zu zwei/ drei Stunden dauern, falls der Bus schon weg ist oder die Bahn Verspätung hat. Da der April sich hier wettertechnisch so ähnlich präsentiert wie zuhause, ist es draußen kalt, in den Zügen und Gebäuden warm und natürlich regnet es immer, sobald man wieder an die Erdoberfläche tritt. Anders als bei uns oben an der Küste ist hier ein Regenschirm ein guter und ständiger Begleiter. Der Regen fällt senkrecht herunter und es gibt meistens keine starken Windböen. Dumm nur, dass wir gar keinen Regenschirm haben und bisher auch noch nicht an einem Verkaufsstand vorbei gekommen sind. Man kann auch auf dem Mobiltelefon bei Regen nicht mehr nach der richtigen Richtung, die man zu Fuß einschlagen sollte, suchen, da der Touchscreen bei Nässe nicht mehr funktioniert.

The Metropolitan Museum of Art (The Met) ist das größte Kunstmuseum der Vereinigten Staaten, eines der größten der Welt. Das imposante Gebäude liegt im Central Park, direkt an der Fifth Avenue. Man kann dort Kunst aus allen Ecken der Welt sehen, das Museumsmotto lautet: Over 5,000 years of art from every corner of the world. Wir haben uns beim ersten Besuch auf die Abteilung für Moderne Malerei konzentriert. Beim zweiten haben wir Zeichnungen, Fotografien und eine Sonderausstellung angesehen. Wir waren vor fünf Jahren schon einmal in diesem Museum. Es ist so gigantisch groß, dass man wahrscheinlich monatelang jeden Tag kommen könnte, bevor man wirklich alles gesehen hat. Für diejenigen, die das in kürzerer Zeit bewältigen wollen oder müssen, ist im Museumsplan eine Route eingezeichnet, die einen repräsentativen Querschnitt durch alle Epochen zeigt.

 

the Metropolitan Museum of Art, it’s so large, this is just part of the front facade
  
inside the entrance hall
 
In jedem „Sparpass“ für die Hauptattraktionen New Yorks ist dieses Museum enthalten. Bei 25 Dollar Eintrittspreis ist es logisch, dass man zu sparen versucht, wo es nur geht. Und es ist wirklich voll, man steht überall da an, wo es wichtig ist: Garderobe, Ticketverkauf, Toiletten, Cafés. Genau. Richtig gelesen, vor den Bildern steht man nicht an. Die Verweildauer vor den Kunstwerken ist bei den meisten Menschen relativ kurz. Moderne Malerei erschließt sich nicht so einfach beim Vorbeigehen. Daher hatten wir immer Platz genug zum ausgiebigen Anschauen. Ganz anders als vor den Vitrinen mit den Arbeiten von Fabergé, dessen berühmte Ostereier und andere Kostbarkeiten sehr viele sehen wollten. Wenn man sich das Anstehen zumindest beim Ticketverkauf ersparen möchte, kann man es auch online für 25 Dollar kaufen. Aber der Witz ist folgender: man braucht als Eintrittspreis nur das bezahlen, was man möchte! Die 25 Dollar sind der empfohlene Eintrittspreis, man wird aufgefordert, so generös wie möglich zu sein. Aber jede andere Summe darunter ist möglich, es kommt darauf an, was das gute bzw. schlechte Gewissen einem so rät. Wir waren diesmal mit einem Dollar pro Person dabei. Den Rest des Geldes haben wir dann ins Museumscafé getragen, ein kleiner Pappbecher Kaffee und ein Cookie kosten dort 8 Dollar pro Person, die meisten Cafébesucher verzehren mehr.

Das Museum beschäftigt unglaublich viele Personen. Bei unserem letzten Besuch liefen die uniformierten Hundertscharen von Aufsehern an uns vorbei, als wir kurz vor Schließung des Museums unsere Jacken anzogen. Das war schon ein beeindruckendes Bild. Das Museum schließt um 17:30 Uhr und eine Viertelstunde vorher beginnen die Aufseher damit, die Menschenmassen aus den vielen Räumen hinauszuscheuchen. Raum für Raum, danach werden jeweils die Zwischentüren abgeschlossen. Auf den Toiletten funktioniert es ähnlich. Die Aufsichtsperson kommt mit in den Raum hinein, schließt die Außentür von innen ab und wartet. Nach und nach werden die Besucher wieder hinausgelassen, bis niemand mehr drin ist. Allerdings hatten sie bei unseren Besuchen Personalmangel, einige Ausstellungsräume waren geschlossen, weil nicht genügend Aufseher da waren.

Ganz in der Nähe des Metropolitan, in der Madison Avenue, befindet sich das gerade erst am 18. März eröffnete MET Breuer. Diese Dependance ist in das alte, von Marcel Breuer gezeichnete Gebäude des Whitney Museum of American Art gezogen. Die generelle Ausrichtung dieses Hauses ist wohl noch nicht so ganz klar. Wir haben Arbeiten von Nasreen Mohamedi, einer zeitgenössischen indischen Künstlerin gesehen, als auch einen Querschnitt aus der Sammlung der Met durch die Jahrhunderte unter dem gemeinsamen Stichpunkt ‚unvollendet‘. Mit dem Eintritt hier funktioniert es wie im Hauptgebäude, man gibt was man möchte, oder 25 Dollar. Mit der Eintrittskarte kann man an selben Tag auch das Haupthaus wieder besuchen. Das passte gut bei unserem zweiten Besuch, da es am Freitag und Sonnabend länger am Abend geöffnet hat. 

 

The Met Breuer on Madison Ave.
 
Auch das Guggenheim Museum mit seinem charakteristischen Gebäude von Frank Lloyd Wright liegt an der Fifth Avenue, aber nicht im Park, sondern eingeklemmt zwischen wesentlich höheren Häusern. Das ändert allerdings nichts an dem großartigen Design. Auch dieses Museum ist Bestandteil der New Yorker Highlights und kostet tatsächlich 25 Dollar Eintritt. Aber nicht am Sonnabend ab 17:45 Uhr. Für die nächsten zwei Stunden bezahlt man hier auch nur das, was man möchte. Aber das werden wir uns erst am nächsten Wochenende ansehen. Die Fahrtzeiten und Laufstrecken von unserem Quartier aus bis in die Upper East Side sind einfach sehr weit. Wir schaffen nicht mehr als maximal zwei Museumsbesuche am Tag. Zwischendurch muss man ja auch immer mal essen und sich entspannen. Für letzteres ist der Central Park gut geeignet. Die Bäume werden langsam alle grün. 

 

always impressive, the skyline seen from Central Park’s south side
  
Central Park, the high lean tower is the newest and tallest residential building in the world, 432 Madison Ave., we saw it in a distance from the Observatory on 1WTC
  
Central Park, towards Columbus Circle
  
Central Park, towards Upper East Side
 

We spent the last days on the Upper East Side to visit one of the largest museums of the world, the Metropolitan Museum of Art and it’s newest location on Madison Avenue, where they just recently opened the Met Breuer, located in the former Whitney Museum of American Art. You can visit both museums with the same ticket on the same day. We didn’t manage that, because we tend to stay very long in one place and soak up the beauty and inspiration of the works of art. But with extended opening hours twice a week in the Met we managed a second visit after we did the Met Breuer. The big museums have really big admission prices, $25 per person. But differently from e.g. Guggenheim or MoMA, the price at the Met is just recommended. You pay what you like to pay. They encourage you to be as generous as you can be, we paid a dollar per person. We had no bad conscious, because we also spent eight dollars each on coffee and one cookie in the cafeteria.

When closing hours come nearer, they usher you out of all rooms and galleries one by one, starting with the rooms far away from the main hall and closing the doors behind the visitors. They come into the restroom with you, lock the door, wait till you’re done and lock you out again. Even with extended opening hours once or twice a week we just manage to visit one or two museums a day. The ride from and back to our apartment is just too long. It takes between two and three hours one way. Walking to the bus stop, the bus ride (if the bus is going at all), waiting for the Path train, the train ride, finding the nearest subway station, waiting for the right train, the next train right, walking to the museum, standing in front of the works of art, and than the same way back again, our feet are sore and our backs are aching. In between a visit to Central Park is really relaxing.

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