Die ersten Tage Großstadtleben haben wir in unserem Basement Apartement (klingt doch besser als Keller, aber wir spielen schon Kellerkinder) verbracht und den Netflix-Account des Vermieters ausgenutzt. Bis jetzt haben wir fast alle Folgen der ersten drei Staffeln von House of Cards angesehen. Zwischendurch haben wir die Gegend, in der wir wohnen (viele Einwanderer aus Spanisch und Portugiesisch sprechenden Gegenden, aber auch viele Osteuropäer wohnen hier) erkundet. Nach fünf Monaten mit einem Auto müssen wir uns nun wieder daran gewöhnen, unsere Beine mehr zu benutzen. Die Einkaufsmöglichkeiten sind nicht so weit entfernt, aber zu Fuß dauert es schon in jede Richtung mindestens eine halbe Stunde zu Fuß. Nur Alkohol gibt es näher dran.
Dafür haben wir ein neues Projekt gestartet. Jeder in Deutschland weiß, dass in Amerika das Geld auf der Straße liegt. Der Witz ist, dass es tatsächlich dort liegt. Überall, wo wir bisher zu Fuß unterwegs waren, haben wir Münzen gefunden und aufgesammelt. Die Amerikaner bücken sich nicht danach. Wir wissen nicht, ob sie nur zu bequem sind, oder ob sie sich aufgrund ihrer manchmal durchaus beträchtlichen Körpermaße nicht bis zum Boden bewegen können. Da wir hier nun immer zu Fuß unterwegs sein werden, sammeln wir alle gefundenen Münzen, statt sie gleich wieder auszugeben. Mal sehen, wieviel Geld nach einem Monat zusammen kommt.

Heute ging es nun endlich auf die „richtige“ Seite des Hudson, nach Manhattan. Die PATH-Bahn brachte uns direkt zum World Trade Center, und wir sind dann auch direkt zum Gebäude One WTC gegangen, indem sich oben One World Observatory befindet. Der Eintritt ist mit 32$ pro Person zwar ganz schön happig, aber man bekommt außer dem grandiosen Ausblick auch ziemlich viel digitale Spielerei geboten. Aber vorher ging es durch die flughafenmäßige Sicherheitskontrolle. Blöderweise hatte Kay sein Taschenmesser am Gürtel. Das wurde in Verwahrung genommen, wir konnten es am Ende wieder abholen lassen. Allerdings durften wir dorthin nicht selbst gehen, das tat ein Sicherheitsbeamter für uns. Alles ist gut abgesperrt.


Der Weg führte uns dann durch eine Passage mit viel Glas, Felsen (das Gebäude steht gut gegründet auf massiven boulders) und Videostatements verschiedenster Bauarbeiter, die erzählten, wie stolz sie es gemacht hat, am Bau dieses besonderen Hochhauses mitzuwirken. Alles wird hier in Amerika wirklich sehr mit Emotionen aufgeladen. Es fällt uns zunehmend schwer, das ernst zu nehmen. Überall auf unserem Weg nach oben stand viel Personal, die alle aufpassten, dass wir auch wirklich immer in die richtige Richtung (es gab immer nur eine) gehen würden. Mit dem Fahrstuhl ging es sehr schnell nach oben, bis in den 102. Stock, dabei wurden im Zeitraffer Bilder auf die Wände projiziert, die zeigten, wie New York sich in den letzten 400 Jahren entwickelt hat. Das war cool. Nach dem Verlassen des Fahrstuhls durften wir uns in eine Reihe aufstellen und weitere schöne Aufnahmen von NY sehen, die uns die Vielfalt der Stadt nahebringen sollten. Am Ende ging die Projektionsfläche nach oben wie ein Theatervorhang, der sich erhebt, und eröffnete einen ersten atemberaubenden Blick über die Stadt.
Dann ging es endlich hinein in das eigentliche Observatory und die 360 Grad-Aussicht war grandios! Wir hatten klares Wetter und konnten sowohl die Berge (natürlich die Appalachen, 70 Meilen entfernt) als auch den Atlantik (65 km entfernt) sehen. Aber das beste ist New York City, wobei auch die New Jersey-Seite sehenswert ist. Überall liefen guides herum, die unsere Fragen beantworteten und in kurzen Abständen kleine digitale Bildershows moderierten und uns mit Infos fütterten.

Ein paar fun facts: New York City besteht aus fünf Stadtteilen, den boroughs. Manhattan ist nur einer davon. Dann gibt es noch die Bronx, Queens, Brooklyn und das mit der kostenlosen Fähre zu erreichende Staten Island, welches 10 km von Manhattan entfernt ist. Das in der Lower East Side gelegene Katz’s Delicatessen ist bekannt, nicht nur durch die berühmte Restaurantszene aus dem Film Harry und Sally, sondern für seine Fleischwaren. Das Pastrami Sandwich kostet 22$, ist aber so groß, dass man es nicht allein aufessen kann, egal wie hungrig man ist. Die Fleischwaren, die sie schon seit 1888 herstellen, sind begehrt. Ein neuer Verkaufsslogan lautet: Send a salami to your boy in the army! Geht’s noch?? Das zweithöchste Gebäude (das Empire State Building fällt immer mehr zurück in der Liste) steht inzwischen an der Park Avenue. Es ist innen noch nicht ganz fertig, wird dann aber das höchste Wohngebäude der westlichen Hemisphäre sein. Eine Wohnung ist für 80 Millionen zu haben, man könnte auch eine mieten für 100.000 im Monat. Das Penthouse für 95 Millionen Dollar ist leider schon verkauft. Wer wissen möchte, wie es darin aussieht, klickt auf den Link: 432 Park Avenue, dort gibt es eine Bildergalerie.




Aber auch draußen hat sich einiges getan seit unserem letzten Besuch vor fünf Jahren. Das 9/11 Memorial ist inzwischen frei zugänglich und beeindruckend, obwohl man den Anblick der zwei Becken schon von Bildern kennt. Zwischen all den neu gepflanzten Bäumen, die jetzt noch kahl sind, steht ein schon blühender Baum. Das ist der sogenannte survivor tree, das einzige, was den Anschlag überlebt vor 15 Jahren hat. Der Baum wurde im Schutt gefunden, ausgegraben und wieder aufgepäppelt und anschließend eingepflanzt, als das Gelände aufgeräumt und gestaltet war.


Ein anderes jetzt (fast) fertig gestelltes Gebäude (vor fünf Jahren waren dort nur Bauzäune zu sehen) ist der Transportation Hub, gerade vor einem Monat eröffnet. Ein futuristisches Gebäude, das zwischen all den Wolkenkratzern aussieht, als wäre ein gigantisches Insekt gelandet. Die Meinungen zum Gebäude sind geteilt, die New York Times sprach von einer Zeit-und Geldverschwendung auf Staatskosten, 4 Milliarden Dollar, 10 Jahre Bauzeit, für einen Umsteigebahnhof, der auf der Liste der meistbefahrenen U-Bahnhöfe nur auf Platz 18 liegt.


Im angrenzenden Brookfield Place mit dem Wintergarten sahen wir dann noch eine Ausstellung Transcendent Arts of Tibet and India. Interessanterweise stellten tibetanische Mönche ein Mandala aus gefärbtem Sand her, gerade so wie wir es gestern bei House of Cards gesehen hatten. Beeindruckend! Wir schauten noch ein bisschen zu, bevor es wieder zurück nach Kearny ging.


Finally leaving our basement to cross the big river! We spent the last days to explore our new neighbourhood. There are some supermarkets in reasonable distances -with a car. We have to walk at least half an hour one way to get our shopping done. Only alcoholic drinks are more nearby. We spent more time watching all seasons of House of Cards (we’re not done yet), because our host has got a Netflix account.
But today we visited Lower Manhattan. We went up 1WTC, on top is the „One World Observatory“ with a gigantic overview over New York City and parts of New Jersey. It was fabulous and worth the money ($32 per person). We saw a lot (even the Appalachians and the Atlantic Ocean) and learned some new facts. Down again we saw the survivor tree on the grounds of the 9/11 memorial, the newly opened Transportation Hub (quite controversial) and some Tibetian monks in the Brookfiled Place who painted a wonderful sand mandala, just like the one we recently saw in House of Cards.
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