Arctic jet stream and what follows

Für die Art und Weise, wie wir unterwegs sind, macht uns das Wetter im Moment doch zu schaffen. Der arctic jet stream, der sonst um diese Jahreszeit den mittleren Westen und die Nordostküste mit knackigem Winterwetter versorgt, macht in diesem Winter auch einen weiträumigen Ausflug in den Süden der Staaten. Die Temperaturen selbst in Florida liegen etliches unter dem mittleren Durchschnitt. Nachts bedeutet das für uns Temperaturen rund um den Gefrierpunkt, der aufgeklappte Schlafsack liegt zusätzlich über unseren Bettdecken, Wollsocken wärmen die Füße, und dann wäre da auch noch die Wärmflasche als weiterer Bettgenosse möglich. Ach, und die zur Weihnachtszeit gewonnene Kuscheldecke haben wir ja auch noch. Tagsüber läuft der Heizlüfter. Seit einer halben Woche harrt auch ein ganz tapferer Gesell namens Charlie in einem winzig kleinen Zelt auf dem Platz aus. Wie der das macht, ist uns allerdings schleierhaft.

 

hier lässt es sich bei Windstille auch bei 13 Grad draußen im Campingstuhl schön aushalten
  
er ist wirklich der beste Platz, sozusagen einzigartig
 

Wenn draußen allerdings die Sonne vom blauen Himmel lacht, wirken selbst acht Grad ziemlich warm. Dazu kommt stürmisches Wetter seit Tagen, die Böen sind schon ziemlich kalt. Wir als sturmerprobte Norddeutsche mögen hier noch nicht von Sturm sprechen. Aber auf dem offenen Meer z.B. muss es teilweise recht schlimm sein. „Unser“ Schiff, die Anthem of the Seas, mit der wir durch den sturmgepeitschten Nordatlantik gepflügt sind, musste seine letzte Fahrt von Cape Liberty in die Karibik vor der Küste South Carolinas abbrechen. Die Passagiere waren in ihre Kabinen verbannt, in den Restaurants flogen Tische und Stühle hin und her, die Bilder im Netz sahen nicht gut aus. Die letzten beiden Nachmittage haben wir lange Strandspaziergänge bei Niedrigwasser gemacht. Es gab keine ausgesprochene Brandung, aber es sind ungewöhnlich viele hundert Seesterne durch den Sturm der vergangenen Tage angeschwemmt worden. 

 

hunderte dieser Seesterne haben wir in den letzten beiden Tagen am Strand gesehen …
  
… und diesen einen anderen
  
so sieht ein lebendiger sand dollar aus, er hat kleine Fransen an der Außenkante und den Löchern, davon gab es heute einige zu sehen
  
so sieht ein toter sand dollar aus, davon haben wir inzwischen einige gefunden
 

Wahrscheinlich hat das Wetter auch mit folgender Verzögerung eines Projektes auf der Insel zu tun. Man konnte hier ja bereits lesen, dass ein Lärmüberwachungsgerät auf dem Campingplatz aufgebaut wurde. Die Mitcamper spekulierten, ob herausgefunden werden sollte, wie lange sie hier nachts noch laut sind. Einige haben so gar keine Ahnung, sie waren der Meinung, das Gerät wäre der Router für das Wlan. Inzwischen wissen wir, warum es dort steht. Quasi über Nacht wuchs ein Turm auf dem Nachbargelände in die Höhe, inzwischen das höchste „Gebäude“ auf der Insel. Hier sollen Probebohrungen durchgeführt werden, um zu prüfen, ob die Gesteinsschichten aus der Kreidezeit gutes Trinkwasser enthalten. Die Stadt wird den Brunnen dann später nutzen, um unabhängiger von Savannahs Wasserlieferungen zu werden und um Salzwassereinbrüche in den bestehenden Brunnen zu verhindern. Das noch zu bohrende Loch wird mindestens 1,2km tief werden. Aber noch haben sie nicht begonnen, obwohl der Projektplan den Bohrbeginn für Februar vorgesehen hat. Sie sind immer noch bei den Vorbereitungen. Wir werden weiterhin  berichten.

    

schwupp, schon wächst ein Turm in die Höhe
  
und nur zu unserer Seite hin mit Planen abgedeckt
  
nachts schön beleuchtet, komplett mit Blinkfeuer für die Flugzeuge und Hubschrauber, die hier immer fliegen
 

The weather conditions this year are just not that perfect for our travels. The arctic jet stream plunges deep into the southeast as well, letting even the temperatures in Florida fall beneath the average. We need a lot of duvets, sleeping bags, warm socks, but not yet hot water bottles to keep us warm during the nights with temperatures round 32 degree. But we’ve got a van to sleep in. One guy called Charlie sleeps in a tiny tent on the campground as well. We don’t know how he’s managing that. During daytime, when the sun is shining, it gets really warm for February. And quite windy the last few days. People speak of storm, but we are used to heavier storms at home. Nevertheless we read about our ship, the Anthem of the Seas, got into trouble while sailing from Cape Liberty to the Caribbean. They had to turn around and go back after being tossed around by heavy seas on South Carolina’s coast with tables and chairs flying around and passengers had to stay in their cabins. 

We had lovely long walks at the beach the last few days and there was no surf. But hundreds of star fish were washed up at the coast.

Next to the campground appeared a tower, a preparation for drilling a deep well into the Cretaceous aquifer, 4000 ft deep. That’s why the noise measurement instrument was build up on the site. But they didn’t started the drilling by now.

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