Tybee City Limits -Ein Konzertbericht

Am vergangenen Sonntag Abend haben wir zur Abwechslung mal ein Konzert besucht. Tybee City Limits, the Best in Live Local Music veranstaltete das erste Konzert in dieser Saison im Tybee Post Theater. Der Eintritt war mit $10 pro Person sehr überschaubar. Dafür sollten wir drei Acts bekommen: Eric Culberson Band, Greg Williams Band, Crystina Parker, so stand es in der Ankündigung.

Das Theatergebäude selbst ist von außen schön anzusehen, der Weg zum Eingang ist mit Steinen gepflastert, auf denen sich die Freunde des Theaters mit einem Stern ein kleines Denkmal setzen konnten. Hinter einem wirklich winzigen Foyer gibt es einen erstaunlich großen Theaterraum, mit großer Bühne und ansteigenden Sitzreihen. Ungewöhnlich für uns war, dass außer den üblichen Getränken, die man mit hinein nehmen durfte, auch frisches Popcorn verkauft wurde. Es war ein „bluesy“ Abend angekündigt, der Saal war mit gut 200 Plätzen fast ausverkauft und das Publikum war so gemischt, wie wir es noch nie erlebt haben. Wenn eine Veranstaltung auf Tybee stattfindet, dann kommen Menschen jeden Alters, jeder Schicht, faszinierend. 

 

Tybee Post Theater at night
 
 
inside the theatre
 
Pünktlich um 20 Uhr betrat der Conférencier die Bühne, seitlich war sein Pult aufgestellt, und eröffnete die diesjährige Saison der Konzertreihe. Der Ablauf der Abende ist immer gleich, zunächst kommt ein Singer-Songwriter als Newcomer auf die Bühne, anschließend zwei bekanntere Bands aus der Umgebung. Als erstes kündigte er Crystina Parker an, eine zierliche junge Frau zu Beginn ihrer Zwanziger mit einer Jumbogitarre, die sie energetisch bearbeitete. Sehr aufgeregt und noch nicht in der Lage, mit dem Publikum zu kommunizieren, spielte sie ihre Songs. Das ganze war gar nicht so schlecht, wenn nicht die Gitarre ein bisschen besser gestimmt gewesen wäre, auch frische Saiten hätten den Liedern gut getan.

 

Crystina Parker
 
Vor dem jeweils letzten Lied kam immer wieder der Conférencier dazu, versuchte mit nicht witzigen Fragen dem jeweiligen Künstler etwas intelligentes zu entlocken, was nicht gelang und stellte die unvermeidliche Frage nach den Merchandiseprodukten. Interessanterweise hatte nur der Greg Williams eine CD im Foyer zum Verkauf ausliegen. Anschließend wurde immer die Frage gestellt: „Hast du noch ein Lied für uns?“, die stereotype Antwort lautete: „Ja, noch eines.“ Witzig!

Vor der Pause folgte dann besagter Greg Williams mit seiner Band, der eher old-fashioned Bluesrock spielte. Seine Band war klasse, besonders der Leadgitarrist mit seinem Wahwah-Pedal war hitverdächtig. 

 

Greg Williams, on the right, and his band
 
Nach der Pause kündigte der Conférencier die nächsten Veranstaltungen im Tybee Post Theater an, bevor er den Hauptact des Abends vorstellte, den über die Grenzen Savannahs bekannten Eric Culberson und seine Band. Es wurde auch bei jedem Act aufgezählt, wo und mit wem die betreffenden Künstler schon gespielt hatten und was für Meriten sie sich bereits erworben hatten. Eric Culberson riss die Massen mit, uns leider nicht, denn alle Bluesstile nacheinander auf der Gitarre in jedem Song mit großer Geschwindigkeit herunterzureißen und sonst nichts, ist nicht wirklich aufregend. Aber die Amerikaner sind leicht zu begeistern.  

 

Eric Culberson, right, and his fantastic drummer and bass player
 
Pünktlich um 22 Uhr war der Abend zuende und alle wurden vonm Conférencier mit einem „Drive carfully“ in die Nacht geschickt. Und wirklich, außer uns beiden, die wir zu Fuß gekommen waren und zwei Personen auf Fahrrädern, waren alle anderen 196 Personen mit ihren Wagen da, das macht nach unseren bisherigen Erfahrungen gut 90 Autos, die an den Wegrändern standen.

Last Sunday we attended a concert in the local theatre. They showcased three local acts, all playing the blues more or less. It was a nice evening for a change, not very exciting, but worth the ten dollar admission. More interesting for us was the way of presenting the acts through a conferencier and the fact of eating popcorn during a concert.

Es wird Frühling, …

… zumindest bald zuhause. Sind die ersten Schneeglöckchen schon zu sehen? Hier ist der Frühling in vollem Gange. Die Vögel machen einen ordentlichen Lärm mit ihrem Geschilpe. Glücklicherweise geht die Sonne noch nicht vor sieben Uhr auf. Alle Büsche bekommen schon neue Blätter. Die Rosen an unserem Platz treiben aus. In Savannah blühen die Azaleen. Das bleibt faszinierend für uns, dass Pflanzen, die bei uns zuhause nur in klein auf der Fensterbank zu finden sind, hier in Baum-, zumindest aber in Buschgröße draußen stehen.

Auch wir auf unserer Insel wachen langsam aus dem Winterschlaf auf. Der Praktikant Frankie hat eine Reihe von Veranstaltungen auf dem Campingplatz initiiert. Am Mittwoch waren wir zum Campfire Jam, Kay und Frankie haben musiziert, zwischendurch wurde das Gitarrencase von einem ehemaligen Schlagzeuger als Percussionsinstrument genutzt. Die anderen haben zugehört, mitgesungen oder sich unterhalten. Das Lagerfeuer qualmte uns langsam ein, die Raucher gingen netterweise immer ein Stückchen weg, um ihrem Laster zu frönen. Am Freitag veranstaltete Frankie seine erste Movie Night. Wir sahen ‚Home‚, einen quietschbunten Animationsfilm mit den Stimmen von Rihanna, Steve Martin und Jennifer Lopez. Die anwesenden Amerikaner fanden ihn toll, hier war er ein Erfolg in den Kinos. Es hat durchaus Gründe, dass er bei uns weitgehend unbekannt ist. Beide Veranstaltungen finden jetzt wöchentlich statt. Dazu kommen noch zwei Yogatermine, die aber aufgrund eines Autounfalls der Anleiterin erst einmal ausgesetzt wurden. Gestern veranstaltete Frankie, der gleichzeitig seinen 23. Geburtstag hatte, ein Pot Luck Dinner, zu dem jeder ein Gericht mitbringen sollte. Weitere Absprachen gibt es dabei nicht. So gab es zum Abendessen rohes Gemüse zum Dippen, vegetarischen Steckrübeneintopf, Chicken Jambayala, Maccaroni and Cheese und zum Nachtisch frisches Obst (Ananas, Melonen, Weintrauben). Dazu lief der Fernseher, zu dem alle zwar hinschauten, sich aber über völlig andere Dinge unterhielten. Als die Unterhaltung sich nur noch um den Wahlkampf und Donald Trump insbesondere drehte, sind wir gegangen. Das war zu nervig, denn im Wesentlichen ging es nur um die Figur, die er mit seiner Frisur und seinen merkwürdigen Familienverhältnissen im Weißen Haus machen würde. Über Inhalte spricht hier kein Mensch. Dieses Treffen zum gemeinsamen Essen findet einmal im Monat statt, an jedem dritten Sonnabend. Das nächste bekommen wir eventuell nicht mehr mit, oder gerade noch. Wir müssen uns ja irgendwann mal wieder auf den Weg zurück in die andere Wirklichkeit machen.

 

Frankie and Kay jamming at the campfire
 
 
the announcement, seen by just a few couples
  

Frankie and his girlfriend Jessica preparing the room
 

Springtime has started already. The bushes getting new leaves, the azaleas in Savannah, where the wind is not that chilly anymore, are blooming and the birds sing as loud as possible. Thank god the sun arises not before seven o’clock. Our intern Frankie started a series of events on the campground. On Wednesday we went to a campfire jam, where Kay and Frankie played their guitars, the others listened, sang along or chatted. On Friday was movie night, we saw ‚Home‘, colourful, the Americans loved it. These are going to be weekly events, together with yoga classes, which haven’t started yet due to a car accident the instructor unfortunately had last weekend. Yesterday, on Frankie’s birthday, there was a pot luck dinner. Everyone brought a dish and we ate vegetables with dip, a stew made of rutabaga, carrots and potatoes, chicken jambalaya, macaroni and cheese and fresh fruit. As far as the primaries and caucuses are in full swing, all Americans talked merely only about Donald Trump and his haircut and behaviour. This dinner will be held once a month, so maybe we will miss the next one already, because sometime in the middle of March we have to leave our small island.

Georgia Day Parade

Gestern wurde Georgias „Geburtstag“ gefeiert. Am 12. Februar 1733 wurde die Kolonie Georgia von James Edward Oglethorpe gegründet. Anlässlich dieses Ereignisses findet Anfang des Jahres das Georgia History Festival mit mehreren Veranstaltungen statt, das von der Georgia Historical Society veranstaltet wird. Das Festival ist das Bildungsprogramm der Society für Schulen vom Kindergarten bis zur zwölften Klasse, um ihnen die Geschichte Georgias nahe zu bringen. Es gibt mehrere Veranstaltungen, Aktionen in den Schulen, Materialien für Lehrkräfte und als Höhepunkt eben diese Parade. Sie begann um 10:30 Uhr am Forsyth Park und führte über die Bull St zur City Hall, wo das Ganze mit einem kleinen Programm auf einer Bühne endete. Was wir erlebten, könnt ihr jetzt in zwei Fassungen lesen.

Wir stellten uns in der Nähe des Parkes auf und waren gespannt, was an uns vorbei marschieren würde. Als erstes kamen natürlich die Flaggen, getragen von Soldaten, gefolgt von einer Militärkapelle, die man schon von weitem hörte. Leider machten sie gerade an unserer Ecke eine Musizierpause. Schade, denn sie waren wirklich gut.

 Dann folgten einige Jugendliche und Erwachsene in Kostümen, die den Gründungsvater Oglethorpe und weitere wichtige Personen aus der Vergangenheit darstellten, z.B. Juliette Gordon Low, die 1912 die Girl Scouts gegründet hat. Anschließend kamen kleinere Schulkinder, überwiegend Zweitklässler, da diese sich laut Lehrplan in dem Schuljahr besonders mit Georgias Geschichte beschäftigen.

  
 Jede teilnehmende Schule aus dem County trug ein Banner ihrer Schule voran, dann kamen die kostümierten Kinder, lauter kleine Siedler und Indianer, natürlich auch jeweils die weiblichen Formen davon. Auch die meisten der erwachsenen Begleitpersonen und Lehrkräfte waren kostümiert. „Happy Georgia Day“-Rufe und winkende Kinder, die das grazile Winken aus dem Handgelenk vorher mehr oder weniger erfolgreich im Unterricht geübt hatten, insgesamt nahmen 3500 Kinder an dem Umzug teil.

  
Zwischendurch kamen noch zwei Bands, die u.a. natürlich Georgia on my mind spielten.

 Am Ende der Route wurden die Kinder von Offiziellen begrüßt, u.a. von der veranstaltenden Geschichtsgesellschaft, vom Bürgermeister, von Schulbehörde und Schulaufsicht, und ihre Teilnahme wertgeschätzt. Die Jugendlichen, die die historischen Persönlichkeiten darstellten, durften auch mit auf die Bühne. Georgias bester Lehrer, der in diesem Jahr aus Savannah kommt, wurde ebenfalls vorgestellt. Nach Treueschwur auf Flagge und Staat und Singen der Nationalhymne wurden die besten drei Schulbanner prämiert, denn man konnte sie vorher zu einem Wettbewerb einreichen.

 Dann machten sich die Schulen geordnet auf den Weg zu den wartenden gelben Schulbussen. Nach ungefähr einer Stunde war alles vorbei und auch das lokale Fernsehen, das die Veranstaltung live gestreamt hat, packte seine Sachen ein.

Nun die zweite Version:

Der Aufmarsch der teilnehmenden Schulklassen mit ihren selbstgestalteten Bannern wurde nicht nur durch die Musikkapellen unterbrochen, sondern auch von kostümierten Erwachsenen, die immer mal zwischendurch eingeschoben waren und das Banner einer der Sponsorenfirmen trugen. Das fiel uns zunächst gar nicht auf, eigentlich erst im Nachhinein, als wir die Fotos, die wir gemacht hatten, sichteten. Wir sind uns sicher, dass es den amerikanischen Teilnehmern und Zuschauern gar nicht auffiel. Die Kinder hatten wirklich viel Spaß am Winken und Rufen. Zwischendurch mussten sie mit Windböen kämpfen, die zumindest den Jungen die Kopfbedeckungen herunter wehten. Das Abschlussevent war eigentlich kurz genug, um die Kinder nicht zu sehr zu langweilen. Zunächst einmal wurde dem teilnehmenden Regiment gedankt und gemeinsam der Treueschwur gesprochen. Das war für uns schon beeindruckend, dass quasi wie ein Pawlowscher Reflex alle die rechte Hand auf das Herz legten und unisono den Pledge of Allegiance sprachen. Beim anschließenden Singen der  Nationalhymne nahm die lautstarke Beteiligung merklich ab. Glücklicherweise übernahm  die Militärkapelle den größeren Part. Dann folgten die Danksagungen. Es wurde allerdings nicht den teilnehmenden Schulklassen gedankt, sondern den Sponsoren aus der Wirtschaft, die die Parade möglich gemacht haben. Ab diesem Zeitpunkt wurde eigentlich schon klar, dass die Kinder bloße Staffage waren und zu Werbezwecken missbraucht wurden. In allen kurzen Ansprachen wurde den Kindern gesagt, dass sie einen good job mit der Teilnahme geleistet hatten. Gleich darauf wurde immer sofort auf die Wirtschaft abgehoben, wie wichtig die Sponsoren seien. Besonders schön kam es vom Bürgermeister, der hervorhob, dass Savannah dank der Wirtschaft so ein guter Platz zum Leben sei und die Kinder, die heute mitmarschiert sind, die Kunden von morgen sind und Savannah zu immer weiterem Aufschwung verhelfen würden. Die Prämierung des Banner-Gestaltungswettbewerbs brachte es dann ans Licht: so wie die Firmen ihre tollen Produkte bewerben und uns verkaufen, so sollten die Schulklassen ihre Schule bewerben und mit dem Banner gut verkaufen. O-Ton aus der Ausschreibung: die Lehrkräfte sollen die zukünftigen Werbefachleute ermuntern, ein Banner zu entwickeln, dass ihre Schule der Allgemeinheit gut ‚verkauft‘. Dafür wurden online-Unterrichtsmaterialien bereitgestellt, um das diesjährige Festivalthema, „From Waffle Fries to Global Skies: How Georgia Business Created the Modern World.“ kindgemäß aufzubereiten. Hierbei ging es um Werbeplakate aus dem Zeitraum 1945-1991, die im Unterricht „analysiert“ werden sollten. Dazu gab es auch passende Fragen, alle nach dem Motto: was siehst du, was wird dir verkauft, gefällt es dir? Abgesehen davon, dass Zweitklässler unkritisch darangehen, wird damit auch kein reflexives Denken und ein kritischer Umgang als Konsument gefördert. Soll es auch gar nicht, denn die weiteren Unterrichtsmaterielien beschäftigen sich mit Werbetechniken. Die drei besten Banner wurden zur Prämierung auf die Bühne gebracht, die Klasse bzw. Schule erhielt einen kleinen Pokal für die Vitrine und die Schule aus dem Stadtteil, in dem der frisch gewählte Bürgermeister wohnt, erreichte den ersten Platz! Ein Schuft, der Böses dabei denkt. Dann war es auch schon fast vorbei, die Kinder hatten schon lange vorher aufgehört, zuzuhören. Glücklicherweise sprengte der beste Lehrer Georgias dann noch kurz das festgelegte Programm und sang mit allen Kindern zusammen Happy Birthday für Georgia. Das war der einzige Moment, und dann noch ungeplant, an dem die Kinder wirklich im Mittelpunkt standen. Und dabei hieß es in den Materialien für die Lehrkräfte, warum eine Teilnahme an der Parade doch gut sei (und das lassen wir mal auf Englisch, es ist aus unserer Sicht einfach zu abstrus, weil davon einfach nichts eingelöst wurde): The main focus of the Georgia Day Parade is the students, their costumes, their banners, and their love of learning. Participating students get to be the stars for the day and the schools participating receive a lot of positive attention from the community. In addition, the parade and banner competition offer students a chance to learn about Georgia’s past and and express what they have learned in creative ways. Making a homemade costume based of what they have learned about everyday life in the colony of Georgia or working as a group to create a prize-winning banner offers your students a unique and engaging learning experience that is difficult to replicate inside the school building. Eine schöne Veranstaltung, um die Wirtschaft, die Erwachsenen in den Mittelpunkt zu stellen, die niedlichen, hübsch anzusehenden Kinderscharen verkommen zur Staffage, in der es nur um Masse geht. Der Bürgermeister sprach von ‚fünfunddreißig Hundert‘ Kindern, hört sich ja auch nach mehr an als ‚drei Tausend‘, 35 ein Vielfaches von drei. Und am Ende wurde auch er vom Fernsehen interviewt, die Kinder durften vorher bloß in die Kamera winken und rufen. Die ganze Veranstaltung hinterließ ein schales Gefühl und beim späteren Nachdenken darüber eher Wut im Bauch.

Wer mit dem Lesen bis hierher gekommen ist, wird nun mit einer kleinen Filmaufnahme der Parade belohnt!

Video Georgia Day Parade 2016

Mal wieder eine Reiseplanmodifizierung

In den USA hat gestern wieder ein langes Wochenende begonnen. Es gibt einige Feiertage in den Monaten, die ansonsten keine Ferientage haben, die praktischerweise immer auf einen Montag fallen: diesmal ist es der President’s Day. Wir hatten auch schon den Martin Luther King, Jr. Day im Januar. Dann wird der Campingplatz immer voller als sonst sowieso schon an den Wochenenden, aber diesmal mit viel mehr Familien mit Kindern. Endlich mal radfahrende Zweibeiner statt der sonst üblichen, die an Leinen über den Platz gezogen werden. 

Es gibt in Amerika auch nicht nur diese riesigen RVs, die Menschen sind mit einer Vielzahl sehr unterschiedlicher Vehikel outdoor unterwegs. Heute gibt es eine kleine Bildergalerie statt viel Text, ist ja auch mal ganz schön.

 

ein Wohnmobil, fast wie bei uns, aber eben auch mit slide-outs
  
ein Airstream-Wohnwagen, das ist unser absoluter Designliebling
  
ein kompakter Anhänger mit Dreiecksdach zum Hochklappen, wenn er gezogen wird, besteht er aus einem flachen Hänger
  
auch diese Variante ist zugeklappt nur ein flacher Kasten, das Dach wird hochgefahren, die Seiten sind flexibel und werden ausgeklappt, die Tür wird eingehängt, eine Variante, in der oft Familien unterwegs sind
  
dann gibt es ältere Wohnwagen, wie wir sie zuhause auch haben, aber viel bunter, hier eine Pastellvariante
  
es gibt sie aber auch farbenintensiver, beide sehr bunten Varianten waren von Frauen bewohnt
  
die Anhänger können aber auch noch kleiner sein; zum Vergleich, die Stühle sind normal groß
  
und dann gibt es sie noch kleiner, da passen zwei Menschen hinein, wenn man die hintere Klappe öffnet, ist dort eine kleine Küchenzeile
 Die großen RVs ziehen ja immer noch einen PKW hinter sich her, manchmal auch mehr. In etlichen Staaten ist es aber nicht erlaubt, mehr als ein Gefährt hinter sich herzuziehen. Was machen also Menschen, die unbedingt zusätzlich auch noch ihre Goldwing oder den eigenen golf cart mitbringen wollen? Die verzichten auf einen Teil des Platzes im RV zugunsten ihres Lieblings. Das schwarze Rechteck hinten an der Wand ist übrigens der Fernseher, der läuft während des Putzens der Maschine, aber auch, wenn die Maschine ganz allein ist. Sie könnte sich ja sonst vielleicht fürchten. Bei Hunden, die man im RV lässt, macht man es genauso.

 

RV mit Heckklappe für das Spielzeug
 
Wir haben den recht frischen Tag heute (11 Grad, gestern waren es immerhin 21 Grad) mit der Planung unseres restlichen USA-Aufenthaltes verbracht. Nach dem Aufenthalt in New York haben wir Anfang Mai acht Tage Zeit, um unser Schiff, das uns wieder nach Europa bringen wird, in Fort Lauderdale, Florida zu erreichen. Die acht Tage wollten wir eigentlich nutzen, um uns mit einem Mietwagen auf dem Weg zu machen und dabei noch den einen oder anderen Ort anzusehen. Doch die Preise sind für eine Fahrt mit unterschiedlichen Miet- und Abgabepunkten irre hoch. Daher fiel nach einer Recherche die Wahl auf das Flugzeug, trotz der Gepäckübergewichtskosten, die wir zu zahlen haben. Aber auch ein einigermaßen gutes Hotel in Fort Lauderdale kostet einiges, und die Frage blieb, was wir dann dort wohl so lange machen würden, unmotorisiert und nicht die Strandabhänger vor dem Herrn. Heute kam die geniale Idee: lass uns doch einfach in die Karibik fahren. Die Navigator of the Seas, die uns nach England bringen wird, fährt praktischerweise vorher noch einmal in die Karibik und zwar genau an dem Tag, an dem wir unser Quartier in New York räumen müssen. Nun sind der Flug, der Transfer vom Flughafen zum Fährterminal und die Kreuzfahrt selbst gebucht, wir sehen noch etwas völlig anderes außer dem us-amerikanischen Festland und die Stewards müssen unsere Koffer zur Transatlantiküberfahrt nur noch von einer Kabine in die andere bringen, während wir in Fort Lauderdale einen hübschen Landgang machen können. Das ist schon Luxus. Wir freuen uns!

The campground is filled up with a lot of families. Monday is President’s Day and the schools are closed. Apart from the huge motor homes are there many alternatives to enjoy outdoor life. The pictures above show a variety we have seen so far.

We booked the last part of our stay in the US today. After being in New York City during April, we wanted to drive south to Florida in a  rental  car, but it’s quite expensive because of the one way ride. If we fly, what would we do in Fort Lauderdale for a week without a car? We’re not the absolute beach enthusiasts. Today we had the most brilliant idea: we’re going on another cruise and visit the Caribbean. The best thing: it’s on the same ship with which we’ll travel back to Europe. No hassle with the luggage, we booked the whole package with transportation from airport to ship and on it the cabin stewards just have to transfer it from one cabin to the other while we can go on an excursion. Great, isn’t it!!

Arctic jet stream and what follows

Für die Art und Weise, wie wir unterwegs sind, macht uns das Wetter im Moment doch zu schaffen. Der arctic jet stream, der sonst um diese Jahreszeit den mittleren Westen und die Nordostküste mit knackigem Winterwetter versorgt, macht in diesem Winter auch einen weiträumigen Ausflug in den Süden der Staaten. Die Temperaturen selbst in Florida liegen etliches unter dem mittleren Durchschnitt. Nachts bedeutet das für uns Temperaturen rund um den Gefrierpunkt, der aufgeklappte Schlafsack liegt zusätzlich über unseren Bettdecken, Wollsocken wärmen die Füße, und dann wäre da auch noch die Wärmflasche als weiterer Bettgenosse möglich. Ach, und die zur Weihnachtszeit gewonnene Kuscheldecke haben wir ja auch noch. Tagsüber läuft der Heizlüfter. Seit einer halben Woche harrt auch ein ganz tapferer Gesell namens Charlie in einem winzig kleinen Zelt auf dem Platz aus. Wie der das macht, ist uns allerdings schleierhaft.

 

hier lässt es sich bei Windstille auch bei 13 Grad draußen im Campingstuhl schön aushalten
  
er ist wirklich der beste Platz, sozusagen einzigartig
 

Wenn draußen allerdings die Sonne vom blauen Himmel lacht, wirken selbst acht Grad ziemlich warm. Dazu kommt stürmisches Wetter seit Tagen, die Böen sind schon ziemlich kalt. Wir als sturmerprobte Norddeutsche mögen hier noch nicht von Sturm sprechen. Aber auf dem offenen Meer z.B. muss es teilweise recht schlimm sein. „Unser“ Schiff, die Anthem of the Seas, mit der wir durch den sturmgepeitschten Nordatlantik gepflügt sind, musste seine letzte Fahrt von Cape Liberty in die Karibik vor der Küste South Carolinas abbrechen. Die Passagiere waren in ihre Kabinen verbannt, in den Restaurants flogen Tische und Stühle hin und her, die Bilder im Netz sahen nicht gut aus. Die letzten beiden Nachmittage haben wir lange Strandspaziergänge bei Niedrigwasser gemacht. Es gab keine ausgesprochene Brandung, aber es sind ungewöhnlich viele hundert Seesterne durch den Sturm der vergangenen Tage angeschwemmt worden. 

 

hunderte dieser Seesterne haben wir in den letzten beiden Tagen am Strand gesehen …
  
… und diesen einen anderen
  
so sieht ein lebendiger sand dollar aus, er hat kleine Fransen an der Außenkante und den Löchern, davon gab es heute einige zu sehen
  
so sieht ein toter sand dollar aus, davon haben wir inzwischen einige gefunden
 

Wahrscheinlich hat das Wetter auch mit folgender Verzögerung eines Projektes auf der Insel zu tun. Man konnte hier ja bereits lesen, dass ein Lärmüberwachungsgerät auf dem Campingplatz aufgebaut wurde. Die Mitcamper spekulierten, ob herausgefunden werden sollte, wie lange sie hier nachts noch laut sind. Einige haben so gar keine Ahnung, sie waren der Meinung, das Gerät wäre der Router für das Wlan. Inzwischen wissen wir, warum es dort steht. Quasi über Nacht wuchs ein Turm auf dem Nachbargelände in die Höhe, inzwischen das höchste „Gebäude“ auf der Insel. Hier sollen Probebohrungen durchgeführt werden, um zu prüfen, ob die Gesteinsschichten aus der Kreidezeit gutes Trinkwasser enthalten. Die Stadt wird den Brunnen dann später nutzen, um unabhängiger von Savannahs Wasserlieferungen zu werden und um Salzwassereinbrüche in den bestehenden Brunnen zu verhindern. Das noch zu bohrende Loch wird mindestens 1,2km tief werden. Aber noch haben sie nicht begonnen, obwohl der Projektplan den Bohrbeginn für Februar vorgesehen hat. Sie sind immer noch bei den Vorbereitungen. Wir werden weiterhin  berichten.

    

schwupp, schon wächst ein Turm in die Höhe
  
und nur zu unserer Seite hin mit Planen abgedeckt
  
nachts schön beleuchtet, komplett mit Blinkfeuer für die Flugzeuge und Hubschrauber, die hier immer fliegen
 

The weather conditions this year are just not that perfect for our travels. The arctic jet stream plunges deep into the southeast as well, letting even the temperatures in Florida fall beneath the average. We need a lot of duvets, sleeping bags, warm socks, but not yet hot water bottles to keep us warm during the nights with temperatures round 32 degree. But we’ve got a van to sleep in. One guy called Charlie sleeps in a tiny tent on the campground as well. We don’t know how he’s managing that. During daytime, when the sun is shining, it gets really warm for February. And quite windy the last few days. People speak of storm, but we are used to heavier storms at home. Nevertheless we read about our ship, the Anthem of the Seas, got into trouble while sailing from Cape Liberty to the Caribbean. They had to turn around and go back after being tossed around by heavy seas on South Carolina’s coast with tables and chairs flying around and passengers had to stay in their cabins. 

We had lovely long walks at the beach the last few days and there was no surf. But hundreds of star fish were washed up at the coast.

Next to the campground appeared a tower, a preparation for drilling a deep well into the Cretaceous aquifer, 4000 ft deep. That’s why the noise measurement instrument was build up on the site. But they didn’t started the drilling by now.

Super Museum Sunday & Super Bowl Finale

Heute haben wir mal wieder die Insel verlassen und sind über den Lazaretto Creek, am Oyster Creek entlang, über den Bull River, Turners Creek, Gray Creek und schließlich Wilmington River gefahren, bis wir die Stadtgrenzen (city limits) von Savannah erreichten und bald darauf den historic dictrict. Anlass war diesmal nicht der wöchentliche Einkauf, obwohl wir den auf dem Rückweg auch gleich miterledigt haben, sondern der Tag der offenen Tür in fast allen Museen. Da wir einige der Kunstmuseen sowieso anschauen wollten, war dieser Tag eine gute Gelegenheit, denn der Eintritt ist sonst, wie schon gewohnt, recht happig. Der Grund für diese Wohltat ist das Georgia History Festival, das mit etlichen Events in den ersten Monaten des Jahres stattfindet. Heute war der Super Museum Sunday, an dem mehr als 60 Institutionen teilnehmen. Leider waren die Öffnungszeiten auf vier Stunden beschränkt. Wir hätten auch auf den Leuchtturm von Tybee steigen können oder uns auf dem Colonial Faire and Muster ein reenactment ansehen können, damit wir lernen, wie das Alltagsleben während der Kolonialzeit ausgesehen hat (hübsche Kostüme, Abfeuern von Kanonen, Essen kochen im gusseisernen Topf über offenem Feuer, Handwerk, Musik und Tanz, wie es die Ankündigung verspricht). Nein danke, auf die farbige Gestaltung eines Geschichtsbewusstseins, das nur 250 Jahre zurück reicht und alles Unangenehme (und davon gibt es hier eine Menge) ausblendet, darauf können wir gut verzichten. Wir halten uns dann lieber an das zeitgenössische Bunte und haben uns das Jepson Center of the Arts und die Telfair Academy angeguckt, beide waren randvoll mit Besuchern, zwischendurch unterbrochen durch eine längere Kaffeepause mit einem leckeren Pecan Bar. Das hat uns sehr gut gefallen. Abends fand dann noch eine Super Bowl Party auf dem Campingplatz statt, wegen der niedrigen Temperaturen und geringen Teilnehmerzahlen wurde das ganze glücklicherweise in den beheizten Aufenthaltsraum verlegt. Bei Nachos, Dips und Mandarinen (die Deutschen sorgten für die gesunde Variante von fingerfood) haben wir ein, in unseren Augen, unglaublich langweiliges Footballspiel zwischen den Carolina Panthers und den Denver Broncos angesehen, 4 mal 15 Minuten Spiel, durch Werbe- und Wiederholungsunterbrechungen und Halbzeitshow mit dem Auftritt von Coldplay, Bruno Mars und Beyoncé saßen wir dort vier (!) Stunden beieinander. Das Spiel war ähnlich dynamisch und spannend wie der Feierabendstau auf der A7 in Hamburg-Schnelsen. 

das Jepson Center of the Arts, das in diesem Jahr 10 Jahre alt wird …
  

… mit seiner großartigen Abteilung über zwei Stockwerke, in denen Kinder und Erwachsene Kunst erforschen, gestalten, befragen, … können
 

 

Diesen Comic hat eine interaktive Installation erstellt, die Porträtaufnahmen von uns in einen algorithmisch generierten comic einbaut.
 

Today we visited two art museums in Savannah, where we spent really nice four hours; followed by another four hours watching a super boring Super Bowl final on the campground. Man, even a traffic jam shows more dynamic than that game.

Critz Tybee Run Fest

Das jährliche Laufevent auf der Insel fand an diesem Wochenende statt. Das ist hier interessant organisiert. Am Freitagabend ging es los mit zwei Läufen, einmal über fünf Kilometer (5K) und für die ganz kleinen Teilnehmer der Basil’s Kiddie Run. Danach gab es Party unter dem Leuchtturm. Aber alle Veranstaltungen enden hier spätestens um 23 Uhr, damit die Nachtruhe eingehalten wird. Das ist ganz angenehm und wird auch auf dem Campingplatz eingehalten. Es gibt natürlich immer irgendwelche Honks, die danach noch mit ihren röhrenden Pick-up Trucks über den Platz fahren. Am Sonnabendmorgen, also heute, standen der Halbmarathon und die Zehnkilometerdistanz (10K) auf dem Programm. Am Mittag folgten schließlich der Lauf über eine Meile (Fun Run) und der 2,8 Meilen lange Strandlauf. Man konnte sich für einen oder auch mehrere Läufe registrieren lassen. Wenn man alle fünf Läufe mitmacht, hat man insgesamt einen Marathon gelaufen. Wir haben doch lieber auf eine Teilnahme verzichtet, obwohl die Laufschuhe im Gepäck sind und auch zum Spazierengehen angezogen werden. Aber wir sind ja noch Grippe-Rekonvaleszenten. Demnächst werden wir verstärkt den Fitnessraum des Campingplatzes aufsuchen, haben wir uns zumindest vorgenommen. 

Gestern kamen wir am Ende unseres Strandspazierganges mitten hinein in die letzten Vorbereitungen und die Ausgabe der Bänder, T-Shirts etc. Passend zur maritimen Umgebung war zur Kinderunterhaltung eine Hüpfburg, die gleichzeitig eine Rutsche war, aufgebaut.

 

registration
  
bounce house
 Für die T-Shirts gab es einen Gestaltungswettbewerb. Das diesjährige Siegerbild sieht so aus: 
T-shirt contest winner
 

The Critz Tybee Run Fest was running this weekend. If you were able to run all five distances, you did the whole marathon distance! Surely something on everybody’s bucket list.

Meeting the neighbours

Stella, don’t bark!‘ (sie heißt in Wirklichkeit Bella) und ihre drei Adoptivgeschwister sind schon vor ein paar Tagen abgefahren. Das konstante Bellen, sobald die Hunde draußen Gassi gingen, vermissen wir nicht. Aber wir hatten eine schöne Zeit mit ihren Eigentümern Rick und Barbra. Von unserem gemeinsamen Ausflug zur Mardi Gras Parade haben wir schon berichtet. Danach waren wir zum Barbecue eingeladen und hatten so die Chance, einmal ein großes RV von innen zu begutachten. Durch die slide-outs ist wirklich sehr viel Platz vorhanden. Am besten fanden wir das Schlafzimmer mit dem kingsize-Bett, auch ein sehr großer Kleiderschrank hatte dort noch Platz. Beim Reisen klappt das Kopfteil des Bettes hoch, ähnlich wie bei Krankenhausbetten, das Bettgestell schiebt sich dann bis direkt an den Schrank heran und sichert gleichzeitig. Und überall hat man Stehhöhe, selbst wenn man sehr groß ist. Durch die Stützen (jacks), die beim Campen unterhalb des Wagens ausgefahren werden, steht selbst das längste Mobil fest. In unserem kleinen Campervan schaukelt es wie auf einem Schiff, sobald sich einer von uns nur im Bett umdreht, abgesehen davon, dass sich umdrehen bei einer Bettbreite von maximal 1,35m eigentlich nur gemeinsam bewerkstelligen lässt. Die Person, die am Rand schläft, fällt dabei nur deshalb nicht aus dem Bett, weil sie durch die beiden Schrankzeilen gesichert wird. Das Barbecue fand auf dem patio statt, so wird der Teil vor dem RV unter der Markise, ausgestattet mit einem Teppichboden aus Kunststoff, genannt. Zum Essen saßen wir auf der zum Platz gehörenden Picknick-Kombination. Gleich danach wechselten wir jedoch wieder auf die faltbaren Campingstühle, weil die ’nicht so hart‘ waren. Wir haben uns angeregt unterhalten und hörten gute Musik, die Rick vorher schon ausgesucht hatte und die auf der von außen zugänglichen Zweitanlage abgespielt wurde. Dazu lief die ganze Zeit auch der Outdoor-Fernseher (der dritte an Bord, völlig normal hier), zu sehen gab es irgendeinen Bowling-Wettkampf, allerdings ohne Ton. Der Inhalt der Familienpackung Eiscreme, die wir zum Nachtisch mitgebracht hatten, reichte dann auch noch, um am nächsten Abend zum icecream social eingeladen zu werden. Das Lagerfeuer wurde nicht angezündet, da der Feuerring einfach zu weit weg stand, nämlich ungefähr drei Meter von der einen Teppichkante entfernt. Die mobilen Faltstühle waren nicht mobil genug, um vom Teppich aus bis zum Feuerring transportiert zu werden. Das Eis schmeckte aber auch so, und die Unterhaltung war wieder gut. Wir brachten unser pegs and jokers-Spiel mit und brachten ihnen dieses typisch nordamerikanische Brettspiel bei. Das war sehr lustig. Die vier Hunde waren immer dabei, einer auf Ricks Schoß, die anderen in einem mobilen Käfig. Natürlich bellten sie, was das Zeug hielt, sobald einer vorbei lief. Dann wurde ihnen angedroht, dass entweder die Wasserflasche zum Einsatz kommen würde oder sie ins Haus müssten, wenn sie nicht aufhören würden. Aber weder das eine noch das andere passierte, die Hunde bellten fleißig weiter und Herrchen und Frauchen wurden nicht müde, verbale Drohungen auszusprechen. Interessante Erziehungsmethode, obwohl das Zeigen der Wasserflasche, die wie eine Spritzpistole verwendet werden konnte und wohl auch schon wurde, durchaus eine, wenn auch sehr kurzfristige, Wirkung zeigte.

 

no camping without a TV for outside use, sometimes it’s even running, when nobody’s outside
  
ready for the barbecue
  
Missy and Bella; the squirt bottle on the fence can be used as a disciplinary measure to stop the dogs barking the whole time; it would work if you do it on a regulary basis
 
We took the chance to take a closer look into a big RV, while we were at Rick and Barbra’s campsite for a barbecue. These slide-outs ensure, that there is a lot of space inside. They even had a king size bed in the back of the vehicle. And of course, at least three TV sets, one of them for outside use while sitting in the patio having the barbecue. We had a really nice time together and met again the next evening for ice cream social and more chatting. We even introduced pegs and jokers to them, a game they didn’t know, and we had great fun while playing it. What a pity, that they had to leave a few days ago. 

Leben und arbeiten auf dem campground

Wahrscheinlich haben wir uns einmal zu viel über unsere Wetter-App lustig gemacht, diesmal meint sie es ernst und der Campingplatz versinkt gerade im Wasser. Seit vier Wochen zeigte die App uns für jeden Mittwoch (und auch ausschließlich für die Mittwoche) tagsüber Gewitter an, das sich im Laufe des Tages dann immer weiter nach hinten verschob, bis es schließlich einfach nicht mehr statt fand. Für den gestrigen Mittwoch lautete die Vorhersage auch wieder Gewitter mit Regen. Auch diesmal verschob es sich stündlich nach hinten. Und auch diesmal fand das Gewitter nicht hier statt. Aber dafür machte es das Wetter mit dem Regen wahr. Seit gestern Abend regnet es am Stück, zum Teil kommt es sintflutartig herunter. Das ist schon ungewöhnlich für die Insel hier, auf der laut Friseurangaben alle vier Jahreszeiten stets an einem Tag vorkommen. Die letzten drei Tage war es zwischen 20 und 22 Grad warm und trocken, wir haben schon überlegt, wohin wir die Sonnencreme verstaut haben. Und nun seit Stunden Regen, jeder Gang zum Bad wird so lange heraus gezögert, wie es geht. Wenn es dann doch pressiert, werden die kurze Hose und die Winterjacke angezogen, die erste, weil man die nackten Beine schneller wieder trocken bekommt, die zweite, weil sie auch wasserdicht ist. Der Regen kühlt auch die Temperatur ab, aber es hat immer noch für uns recht angenehme 15 Grad draußen. Es ist schließlich Anfang Februar. Die Menschen hier empfinden es allerdings als chilly

 

Camping im Regen, nervig sind nur die nassen Klamotten im Camper. Die Pfützen auf den Wegen bilden sich schon bei einer geringen Menge an Wasser. Der kleine Graben vor unserem Platz allerdings führt normalerweise gar kein Wasser.
 
Ein Vorteil eines längeren Aufenthaltes an einem Ort besteht auch darin, mit den residents öfter einmal ins Gespräch zu kommen und interessante Dinge über das Leben hier zu erfahren. Ein Lebens- und Arbeitsmodell stellt das being a camp host dar, das auf den öffentlichen Campingplätzen (unser gehört der Gemeinde Tybee) und auf denen in den state parks möglich ist. Man bewirbt sich dafür, stellt seine speziellen Fähigkeiten für den Job dar (z. B. amazing golf cart driving skills) und bekommt dann wahrscheinlich den Job. Dann zieht man mit seinem motor home oder caravan auf den Campingplatz, muss keine Platzmiete, Elektrizität oder Kabelfernsehgebühren zahlen, so wie wir es müssen, aber dafür 30 Stunden in der Woche auf dem Platz arbeiten. Und ich sach‘ mal, hier ist das ein ziemlich lockerer Job, die machen sich hier nicht tot. Nur wenn mal ein offizieller Mensch der Stadtverwaltung auftaucht, wird etwas konstanter durchgearbeitet. Ansonsten hat man viel Zeit für Gespräche mit den Gästen (wie sonst würden wir auch an solche Informationen kommen?) oder findet ruhige Ecken, an denen es sich ein Weilchen auf dem golf cart entspannen lässt. Okay, im Moment ist es sehr ruhig auf dem Platz, da muss man sich die Arbeit auch gut einteilen, damit sie für die vielen Personen und Stunden reicht. Im Sommer ist es hier sicherlich sehr viel anstrengender. Die meisten Menschen, die auf diese Weise hier leben, sind bereits im Ruhestand, haben ihr Haus verkauft, sich dafür die mobile Unterkunft zugelegt und können auf diese Weise die vielen Ecken der USA bereisen, die sie schon immer mal sehen wollten. Im normalen Arbeitsleben ist das Reisen für viele nicht erschwinglich. So holen sie dann alles im Alter nach. Die Rente reicht für den Lebensunterhalt, wenn man dafür mietfrei wohnen kann. Hier gibt es auch ein jüngeres Paar, die teilen sich die 30 Stunden (die gelten immer pro Stellplatz), haben aber beide auch noch einen normalen Job in den Restaurants hier im Ort. Sie wohnten bis zum letzten Sommer noch in einem Haus, sparen aber auf diese Weise die Miete ein, da sie ab Oktober für einige Jahre nur auf Reisen sein wollen. Dafür muss man halt Rücklagen bilden.

 

Auch Frank, der intern, wohnt hier auf dem Platz, in dem Campinganhänger mit den ausfaltbaren Seitenteilen (keine slide outs) hinter dem dunklen pickup, praktischerweise gleich an einem der bath houses
 
Wet, wetter, soaking wet. Rain is pouring down constantly since yesterday evening, which is quite unusual for Tybee. The hairdresser told Kay, that a typical Tybee day is said to contain all four seasons in one single day. Well, we keep ourselves busy inside the van and occasionally we have to swim to the bath house. But it’s not that bad, you just have to wear appropriate clothes. While staying here, we learnt about being a camp host. Normally already retired people, who sold their houses and bought an RV, apply for these jobs, have to work 30 hours per week and get a full hook-up site for free. For them it’s a convenient way to travel through the States without needing too much money for living.

Müsli und Trailmix

Heute wollen wir euch verraten, wie wir jeden Morgen fröhlich und genussvoll in den Tag starten, nämlich mit einer selbstgemachten Müslimischung. Es gibt hier in den diversen Supermärkten zwar gängeweise Cerealien, so wollen wir das mal nennen, aber in Wirklichkeit handelt es sich dabei eher um Zucker, angereichert mit Mais oder einem anderen Getreideprodukt. Es gibt auch Granola zu kaufen, das sehr gut schmeckt. Aber auch hier ist der Zuckeranteil horrende. Irgendwie muss das pflanzliche ja auch knusprig werden. In Amish County hatten wir Glück, dort gab es bei Kauffman’s außer deren extrem leckeren apple cider auch Müslimischungen, wie wir sie mögen. Aber so viele Pakete, wie es gebraucht hätte, passten beim besten Willen nicht in den Campervan. Und man will ja nun auch nicht darauf schlafen, das knirscht so beim Umdrehen. Bei Whole Foods wurden wir schließlich fündig. Dort gibt es die ‚bulk up section‚, in der es alle Sorten Getreide in jeglicher Form von ganz über geschrotet bis gemahlen gibt, dazu Kerne und Körner aller Art, jede Menge Trockenfrüchte, Hülsenfrüchte und Nudeln in fast zahllosen Varianten. Dazu gibt es Tüten zum selbst Abfüllen, hier in Savannah aus Papier, in Kansas aus Plastik, das war nicht so schön. Man schreibt anschließend die entsprechende Warennummer drauf, verschießt die Tüte und fertig. Eine Anleitung gibt es dafür auch.

 

Getreide – cereals
  
Nüsse, Kerne, Trockenfrüchte – nuts, seeds, dried fruit
  
Arbeitsanweisung- how to do it
  
Bohnen und Erbsen – beans and peas
  
Linsen und Nudeln- lentils and pasta
 
Aus dieser Vielfalt stellen wir nun unser Müsli zusammen, aus Haferflocken in zwei unterschiedlichen Stärken, Weizenkleie, hellen und dunklen Rosinen, ungesüßten Cranberries, Bananenchips, Sonnenblumen- und Kürbiskernen, Sesam, Mandelblättchen, Kokosflakes. So sieht es dann aus:

 

fertige Mischung – our muesli mix
  
die Einzelzutaten – the ingredients
 Allerdings sollte man die einzelnen Produkte miteinander vergleichen, denn alles kann man dort auch fertig abgepackt bekommen. Und manchmal ist die lose Ware dann bis zu 80% teurer als das abgepackte. Das entdeckten wir, als wir Pecan-Nüsse für den Trailmix brauchten, denn den stellen wir auf die gleiche Weise zusammen. Das ist so etwas wie Studentenfutter bei uns, aber sehr viel variantenreicher. Man kann es auch bereits fertig zusammengestellt kaufen, aber meistens ist dann etwas dabei, was wir nicht so gerne mögen. 

 

trailmix a la Kay
 
Letztens mussten wir mal wieder unsere Vorräte auffüllen. Nun die Preisfrage: „Wieviel kostet der Inhalt dieses Einkaufswagens (ja, für amerikanische Verhältnisse ist er sehr klein)?“

 

shopping at Whole Foods
 
We like to eat muesli for breakfast, but we don’t like the sugary cereals you can buy in the supermarket. So we shop at Whole Foods. There you can buy cereals, nuts and seeds, dried fruit, legumes and more in a giant variety. That way we can create our special muesli mix and our special trail mix, which is fun. And it’s very tasty. But rather expensive, too, compared to Germany. The contents of the little shopping cart above to refresh our stores cost a bit more than $90!