Nun leben wir schon seit fast einem halben Jahr freiwillig als Ausländer und müssen feststellen, dass wir überall stets sehr freundlich aufgenommen und behandelt worden sind. Die Menschen begegnen uns mit Interesse an unserer Reise und Herkunft. Vielleicht liegt die Freundlichkeit und das Interesse auch schlicht in der Tatsache begründet, dass wir nicht weiter auffallen als Weiße mit genügend Geld, ohne den Gastgebern zur Last zu fallen. Ab und an lesen wir auch Nachrichten aus der Heimat. Oft genug dominieren darin Schreckensnachrichten über Ausländer. Wo bleiben eigentlich die quantitativ und qualitativ gleichberechtigte Anzahl an Nachrichten über Taten von Inländern?? Die letzten Nachrichten lassen uns ins Träumen kommen. Es scheint, als wenn wir im nächsten Sommer in ein verändertes, viel schöneres Deutschland zurück kehren werden, da ja nun alle, die sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen anwenden, ausgewiesen werden sollen. Damit werden wir wohl geschätzt auf mehr als die Hälfte der männlichen Bevölkerung in Deutschland verzichten müssen. Endlich: keine BILD-Zeitung und den Focus mehr, fast keine enervierende Werbung mehr, und was damit zusammenhängt, auch viel weniger Privatfernsehen. Endlich: Frauen übernehmen die massenhaft freiwerdenden Stellen in der Wirtschaft, der Hochfinanz, der Universitäten, der Politik und erhalten endlich eine angemessene Bezahlung. Vielleicht kann die Republik sogar sehr viel Geld einsparen, da Frauen es ja seit Jahrzehnten gewohnt sind, die gleiche Arbeit für so viel weniger Geld zu erledigen. Wenn die Frauengehälter der neue Maßstab werden, wird genügend Geld freigesetzt, um z.B. in die Bildung zu investieren. Die Arbeitslosenquote wird auf null sinken, da alle Frauen Arbeit finden werden. Und selbst dann wird es freie Stellen geben. So könnten wir noch mehr gut ausgebildete Ausländer aufnehmen, aber Achtung: sicherheitshalber sollten dies nur Frauen und kleine Kinder sein. Mit dem zusätzlichen Geld für die Bildung wird es uns dann auch gelingen, selbst den kleinen Jungen die korrekte Sichtweise auf Frauen beizubringen.