Noch ein Ritt

Wahrscheinlich sind wir ein bisschen wahnsinnig, aber es zog uns einfach so schnell wie es irgendwie geht, nach Tybee Island; ein bisschen so wie „Ich will nach Hause!“. Gestern sind wir 13 Stunden unterwegs gewesen. Dabei haben dabei wir drei Staaten durchquert, drei Tankstopps, aber mehr Fahrerwechsel eingelegt und 1040 km zurück gelegt. Die Ernährung bestand aus Kaffee (Die machen hier an den Tankstellen richtig guten Kaffee und der ist nicht teuer!) und Wasser, Studentenfutter und Salzcrackern. Was wir bei der Planung des Streckenabschnitts außer acht gelassen haben, hat dann zu den drei Stunden mehr Fahrzeit geführt, als wir wollten. Quer durch Kentucky ging es mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit durch grünes Farmland schnell und ohne Schwierigkeiten. Quer durch Tennessee ging es dann meistens durch die Berge, mit deren Existenz wir gar nicht gerechnet hatten. Zuerst waren es noch moderate Steigungen, die unser Dodge brav und immer noch mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit von 113 kmh genommen hat. Aber dann wurden daraus die Appalachian Foothills, und die erreichten dann doch eine ordentliche Steigung mit anschließendem Gefälle plus dazu gehöriger Geschwindigkeitsbeschränkungen. Da wir nur voran kommen wollten, haben wir die Jack Daniels Destillerie in Lynchburg rechts liegen gelassen.  Um Chattanooga mäanderten sich der Tennessee River und die Interstate 24 so, dass wir erst durch Tennessee, dann durch Georgia, dann wieder durch Tennessee und kurz darauf wieder durch Georgia fuhren. Auch auf die Besichtigung des Chattanooga Choo Choo haben wir leichten Herzens verzichtet. Dafür haben wir eine Filiale von Camping World besucht, um einen neuen Wasserhahn für die Spüle zu besorgen. Sie wollten uns die auch einbauen, aber das hätte länger, mindestens eine Stunde gedauert. (Kay hat sie heute ohne hinzuschauen innerhalb von 15 Minuten eingebaut.) Auch eine Abdeckung für die Klimaanlage wäre da gewesen, aber die hätte es nur mit Einbau gegeben, und der hätte mehrere Stunden gedauert!! Diese blöde Haube wird aufgesetzt und mit vier Schrauben befestigt. Der Grund, weshalb sie uns weggeflogen ist, lag daran, dass sie nur mit zwei Schrauben an einem Ende befestigt war! Der Einkauf, das Gespräch und der Gang zum Klo verbrauchten eine weitere Stunde. Dann ging es weiter quer durch Georgia und damit auch quer durch Atlanta. Diese Stadt mit ihren Vororten verbraucht eine gigantisch große Landmasse. Unsere Querung betrug ca. 100 km. Das wäre so, als wenn ganz Schleswig-Holstein und Teile des Wattenmeers komplett bebaut und mit Straßen durchzogen wären. Das ist eigentlich unvollstellbar. Als wir in die Stadtmasse hineinfuhren, ging es trotz Baustellen überall noch flott voran. Aber downtown gerieten wir dann doch in den Feierabendverkehr mit den entsprechenden Staus, die uns eine weitere Stunde kosteten. Danach wurde es auch bald dunkel, die Interstate wurde gesäumt von äsendem Wild, das noch nicht, so wie sonst auf den Strecken, tot am Straßenrand lag, und von geplatzten LKW-Reifen und liegen gebliebenen PKW. Die Menschen dazu liefen ganz unbekümmert am Straßenrand oder sogar auf der Fahrbahn entlang, das ganze natürlich ohne Warndreieck, Warnweste oder irgendeine Form von Beleuchtung. Wenn wir Glück hatten, sahen wir das Fahrzeug etwas früher, da die Warnblinkanlage eingeschaltet war. Aber das war die Ausnahme. Einkaufen mussten wir dann auch noch in Savannah, bevor wir auf die Insel hinüber fuhren. Dafür brauchten wir nur zehn Minuten, schnell die Einkaufsliste abarbeiten und wieder raus aus dem Laden. Allerdings hätten wir auch nicht viel länger bleiben dürfen, denn wir kamen dort eine Viertelstunde vor Ladenschluss an. Ach ja, einen Zeitzonenwechsel hatten wir auch noch, die Uhr wurde eine Stunde vorgestellt. So war es dann 22:30 Uhr, als wir endlich auf dem Campingplatz waren. Und wir fühlten uns sofort wie zuhause. Wir sind wohl doch eher Atlantik-als Pazifikmenschen. Hier scheint die Sonne, es wird wärmer und wir werden hier einen Monat bleiben. Das hatten wir eigentlich für Kalifornien geplant, aber dort ist zum einen das Wetter in diesem Winter einfach zu schlecht und zum anderen ist es schlicht zu teuer, selbst auf einem Campingplatz weit weg vom Ozean. Hier ist er nur drei Blocks entfernt.

 

going up hill somewhere in Tennessee
  
going down again
  
still going down, a runaway ramp for trucks on the left side
  
north of Atlanta, before rush hour
  

downtown Atlanta, rush hour starts
 

Yesterday we crossed three states on our way, Kentucky, Tennessee and Georgia, to get as quickly as possible to our beloved Tybee Island, where it is cosy and warm, the ocean only three blocks away. We drove nearly 650 miles and lived on trail mix, Ritz crackers, coffee and water. After 13 hours we arrived on the campground in Tybee Island and we felt instantly at home. In our planning, we didn’t consider the hugeness of Atlanta with all the road works and the rush hour, the different time zone and the time we needed for filling up gas, visiting the restrooms and finding and buying a new faucet for the van. Luckily Kay was able to build it it today. It took him just 15 minutes. The people in the shop would have needed an hour at least to do it. They considered several hours to find a shroud for the AC and to fix it with just four screws! We left without it. It has to be done while we are near Savannah. Now we are in the sun, it’s getting warmer each day, says the forecast, the ocean is nearby. We planned this for California, but this winter, it’s just too cold and rainy there, and too expensive for us, even on a campground far away from the Pacific Ocean. Now we’re on the Atlantic again, happy and we’ll stay here for a month.

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