Mardi Gras Tybee-Style 

Wie in Europa, wird auch hier zwischen Epiphanias und Aschermittwoch Karneval gefeiert, im Südosten der USA als Mardi Gras. Am bekanntesten und größten ist der Mardi Gras in New Orleans mit vielen Paraden und Festen während der Saison, aber auch überall sonst gibt es zumindest eine Parade und das dazu gehörige Fest. Heute fand hier die traditionelle Mardi Gras Parade mit dem anschließenden Straßenfest statt. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Hier ist sonst nicht so viel los. Da die Parkplätze überall zwei Dollar pro Stunde kosten und wir überhaupt keine Lust hatten, alles im Campervan reisesicher zu verpacken, wollten wir die zweieinhalb Meilen hinspazieren, einen Campingstuhl zum Warten am Straßenrand aufstellen, uns alles angucken und dann wieder die zweieinhalb Meilen zurück laufen. Als wir die Vorbereitungen dafür schon fast abgeschlossen hatten, liefen uns unsere Nachbarn Rick und Barb mit ihren Hunden (Stella, don’t bark) über den Weg, fragten, ob wir auch zur Parade wollten und boten uns die Mitfahrt in ihrem Jeep an, was wir mit Freude akzeptierten. So kamen wir nicht nur sehr bequem mitten ins Geschehen, weil die beiden natürlich keinen Schritt zuviel laufen wollten, sondern auch noch in den Genuss einer kleinen Verkleidung. Rick und Barb staffierten sich an den wenigen Ständen passend aus, und wir bekamen beide je zwei Ketten in den zu unserer Oberbekleidung passenden Farben ab. Kay bekam eine grüne und eine goldene, Martina eine lila und eine goldene Kette, die typischen Mardi Gras Farben. Während wir auf die Parade warteten, hatten wir viel Spaß, die anderen Zuschauer anzuschauen. Viele hatten ebenfalls mindestens einen Teil der Mindestausstattung aus Ketten, Hüten und Masken um bzw. auf. Einige waren aber auch sehr phantasievoll gekleidet. Die Parade selbst war wie Tybee Island, sehr klein und überschaubar, motorisiert, aber nur mit zwei Wagen, die Ähnlichkeit mit Karnevalswagen hatten, Musik von den Wagen, aber keine marching bands. Schneller als gedacht, war es schon wieder vorbei und die Menschen konzentrierten sich auf das Straßenfest. Auf einer Bühne am Pavillon spielte eine Coverband und der konsumierte Alkohol half, sich nach und nach mehr zur Musik zu bewegen. Wir sind dann lieber noch einmal auf die Pier hinausgegangen und haben das Sommerwetter von 21 Grad genossen, bevor es bequem mit dem Wagen wieder zurück zum Campingplatz ging.

 

the successful beads catcher
  
Rick and Barbara from California
  
one of the very few floats
  

  

the other one of the very few floats
  
colourful spectators
 
 
Mr. and Mr. Bumblebee
  

Mardi Gras pirates
  
Mardi Gras colours, more or less
 
 
How do you feel??
    

royal household
 Tybee Island helt it’s Mardi Gras parade today and we went there by car, we got a lift from our neighbours Rick and Barb. The parade was as small as the island itself, but it was fun to be there. The audience was worth while looking. After catching some beads we strolled to the band stand, listened to some Beatles songs, had a walk along the pier and drove back again. The children had fun on the beach, it was 70 degrees today, and the adult had more and more fun due to the alcoholic drinks they consumed. Did you know, that the typical Mardi Gras colours don’t just look good together, but have a meaning, too? Purple stands for justice, green for faith and gold for power.

Auch hier gibt es Delfine!

Kay hat heute einen langen Spaziergang von der Nord-bis zur Südspitze der Insel und zurück, immer an der Wasserkante entlang, unternommen. Das waren ungefähr 8,5 km, eine Distanz, für die der Normalamerikaner ausschließlich das Auto benutzt, der schon etwas andere Amerikaner vielleicht den Golf-Cart, aber nur ganz wagemutige setzen sich auf das Fahrrad. Gestrige vom alten Kontinent gehen zu Fuß und finden das auch noch erholsam. An der Südspitze gibt es eine Strandbrücke, deren Pavillon heute bei den wieder einmal etwas niedrigeren Temperaturen und Regenschauern natürlich verwaist war. Dafür konnte Kay Delfine beobachten, die dicht am Ufer in der Brandung vermutlich nach Nahrung suchten. Am Ende des Spaziergangs war Kay dann genauso nass wie die Delfine, aber glücklicherweise haben wir hier auf dem Platz gute Wäschetrockner.

 

Tybee Island Pier and Promenade
  
looking north
  
no huge hotels here
  
one of the dolphins, well, the dorsal fin at least
 Kay took a long walk, about 5,2 miles (Yes, he walked the whole way!),  along the beach today, although it was raining. But he was lucky and could watch a couple of dolphins near the coast. As he came back, he was as wet as the dolphins, but luckily we’ve got good tumble dryers on the campground.

A new haircut

So ganz, ganz langsam werden wir wieder gesund. Das dauert hier vielleicht auch deshalb länger, weil wir doch ungewohnt starken Temperaturschwankungen von Tag auf Nacht ausgesetzt sind, anders als wir es von zuhause gewohnt sind. Und ein festes Haus um uns herum fehlt auch. Aber so langsam pendeln sich die Temperaturen des Nachts auf stabile Plusgrade ein. Wenn tagsüber die Sonne scheint, ist es sehr schön warm für Januar. Kay ist schon fast wieder gesund, er hustet nicht mehr. Nun muss nur die Stimme wieder eingesungen werden, damit die neuen Lieder nicht in Cis dur, sondern in ein notierfreundlicheres A dur transponiert werden können. Martina bekommt immer noch Fieberschübe, sehr ungewöhnlich für sie, die sonst eher nie Fieber bekam. Aber in diesem Jahr ist ohnehin alles anders und ungewöhnlich. Heute blieb sie dann auch endlich mal im Bett liegen, auch wenn es heute kurzfristig 21 Grad warm war.

Heute ging Kay seinem neuen Hobby nach, er besuchte den lokalen Friseur. Hier auf der Insel gibt es mehrere Möglichkeiten, er entschied sich für Salon Isobe. Vor einigen Tagen schon sind wir zu der im Internet angegebenen Adresse hinspaziert, vom Norden bis zur Inselmitte (sie zieht sich ganz schön in die Länge), nur um dann festzustellen, dass der Salon inzwischen umgezogen war, und zwar in den Norden, gleich bei uns um die Ecke. Martina hatte irgendwann auch keine Lust mehr, im Spiegel ihre nicht mehr vorhandene Frisur anzuschauen. Gleichzeitig konnte sie aber nicht genügend Zutrauen in das handwerkliche Können und die kreative Vorstellungskraft der hiesigen beauticians, wie sich die Friseurinnen hier gern nennen, entwickeln. Also griff sie kurzerhand selbst zur Schere. Da die eigene Friseurschere zuhause gut verpackt in einem der vielen Kartons liegt, musste halt die Haushaltsschere herhalten. Bei den vielen Locken machte das dann auch wenig Unterschied.

   
   
Very, very slowly our health improves again, but Martina stayed in bed today because she still got a bit of a temperature. Both have we got a new haircut. Kay went to Salon Isobe and told them just to leave an inch of hair, which they did, it’s really short. Martina couldn’t develop much confidence into the beauticians‘ craftsmanship. So she took the kitchen scissors, which worked out fine.

Lärm oder kein Lärm

Seit ein paar Tagen steht bei uns auf dem Platz ein Messgerät von Brüel & Kjær. 

 

if you can’t see the microphone, it’s right in the middle of the picture
 
Das Internet verriet uns, dass sie mit diesen Geräten dänischer Provinience Schallemissionen messen. Die Position, an der das Gerät steht, macht dann auch Sinn. Der Campingplatz liegt direkt neben einer Anlage, die Schrott verarbeitet, zerkleinert, was auch immer sie damit machen. Und wie alles in Amerika arbeitet die auch an sieben Tagen in der Woche. Die „Schutzwand“ zwischen ‚denen‘ und ‚uns‘ besteht aus einer meterhohen dicken Plastikfolie.

 

we are right behind the brown plastic ‚wall‘ in the background
  
they are right behind the green plastic ‚wall‘
 Direkt am Standort des Messgeräts ist der große Pavillion, in dem wir Thanksgiving gefeiert haben, und gleich daneben befindet sich der Pool, leider während der Wintersaison geschlossen. 

 

we don’t know exactly what they are doing behind this fence
 
Wirklich störenden Lärm produziert der Schrottplatz unserer Meinung nach nicht. Was hier auf dem Campingplatz viel mehr nervt, weil dauerhafter und lauter, sind die folgenden Dinge:

– die Laubbläser, mit dem jeden Tag der Staub von den Betonwegen gepustet wird, manchmal sind auch ein paar Blätter dabei. Wir wissen nicht, ob das Konzept Besen und Rechen hier überhaupt bekannt ist.

– die überaus schlechte Angewohnheit, den Wagen, gern als Pick-up mit stärkerer Maschine in Gebrauch, bei jeder Gelegenheit laufen zu lassen; sei es beim Aus-oder Einpacken, beim Wäsche in die Waschmaschinen sortieren oder einfach so lange, bis man vom Duschen wieder aus dem Waschhaus zurück ist.

– das nervige Gepiepe, das einsetzt, sobald sich ein motorbetriebenes Fahrzeug rückwärts in Bewegung setzt. Das geschieht leider öfter, als man denkt. Und wenn die Autos abgeschlossen werden, piepen sie auch laut.

– die Menschen, die von ihren fast immer laut kläffenden Hunden an der Leine über den Platz geführt werden (Das ist genau so gemeint, wie es da steht!) und mit ihnen sprechen: „Stella, don’t bark!“ oder auch die Variante „No bark, Stella!“ Wenn die Hunde mal nicht bellen, hört man „Good girl, good job!„, wenn das Häufchen dann endlich auf dem Rasen liegt. Dann wird beherzt mit der schwarzen Tüte in der Hand zugegriffen und alles im Mülleimer entsorgt, der natürlich einen Metalldeckel besitzt und direkt neben unserem Stellplatz steht. 
The apparatus in the first photo above is for measuring noise emission. We think, it’s there because of the recycling area next to the campground, only separated by a huge plastic sheeting. They are working there seven days a week, using the big crane you can see in the pictures. But in our perception the work there is not as noisy and annoying as the following:

– leaf blowers to clean the concrete paths, what happened to the good old rakes and brooms?

– leaving every car idling, while in the shop, under the shower or doing other things.

– the sound while backing out somewhere. Why is every vehicle beeping while reversing, even the motorised shopping carts at Walmart’s?

– constantly barking dogs on campgrounds, while outside, towing their owners on the leash. Most of the owners just talk nonsense to their pets (see above) instead of having taught them from the beginning not to bark while people are meeting and talking to each other.

Rutabaga

Dieser Blogeintrag wird nur geschrieben, um dieses schöne Wort rutabaga zu würdigen. Ist es nicht ein ausgesprochen hübsches Wort im amerikanischen Englisch? Wie normal und langweilig sieht dagegen das britischenglische Wort turnip aus, denn genau darum handelt es sich bei der rutabaga, es ist eine Steckrübe. Und diese werden traditionell in Amerika gewachst. Ja, kein Tippfehler und  richtig gelesen. Damit sie im Kühlschrank für lange Zeit schön aussehen, werden die Früchte im Herbst nach der Ernte in Parrafin gedippt. So bleibt nicht nur die Fruchtigkeit innen, und sie sehen nicht so verschrumpelt aus, wenn man sie nach Wochen in der hintersten Ecke des Kühlschranks wieder findet, sondern die Wachsschicht soll auch das Eindringen von nasty stuff  von außen verhindern. Okay, hier reiben sie ja auch den Griff des Einkaufswagens vor Benutzung ab und benötigen ansonsten Begründungen und Anleitungen zum Händewaschen.

Aus der rutabaga haben wir leckeren Steckrübeneintopf gekocht, gewürzt mit creole seasoning, da wir auf die gute Kochwust von Schlachter Neidhardt verzichten mussten. Lecker!!

 

rutabaga, carrots, potatoes and an onion
  
ready to eat – rutabaga stew with parsley
 The rutabaga we bought, had a wax coating which is completely unknown in Germany. We made a very tasty stew out of it, the right dish for very cold winter evenings on a campground. 

Wettergeschichten

In den Nachrichten zuhause wird sicherlich von dem großen Winterschneesturm Jonas berichtet, der zur Zeit die Gegend um New York City lahm legt und der Atlantikküste schwer zusetzt. Wir haben hier mit Tybee einen geschützten kleinen Flecken innerhalb des ganzen Trubels erwischt. Wir sind am Rande der Hurrikangefahr über Florida; genau nicht da, wo rund um Savannah Überflutungsgefahr herrscht; gerade weit genug im Süden, um den Schneefall zu vermeiden. Obwohl, heute Vormittag flogen so kleine helle, aber wenige Fizzelflöckchen herum. Die müssen sich verflogen haben. Allerdings bekommen wir die Ausläufer der eiskalten Luftströmung und des Sturmes mit. Es wird tagsüber nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt „warm“, unser kleiner Heizlüfter läuft im Dauerbetrieb, und trotzdem haben wir etliche Schichten an Kleidung übereinander gezogen. Wir sind zwischendurch gut eingepackt bei Niedrigwasser an den Strand gegangen (es war wirklich ein eisiger Nordwind) und konnten noch weiter „auf dem Meeresgrund“ gehen als sonst, da der Sturm das Wasser zusätzlich sehr weit heraus drückte. Und dann werden die merkwürdigsten Dinge angespült. Wir haben Muschelschalen gefunden, die wir bisher noch nicht eingesammelt hatten. Und dann gab es Sachen, die wollten wir nur als Foto mit zurück nehmen:

 

Rest von einem Krebspanzer?
  
ganz andere Quallen als bei uns – jelly fish
  
bereits ausgepulte Krabben sind es jedenfalls nicht, und auch die Möwen mögen das nicht essen!
  
maybe a helmet for crab football?
  
a maritime still life, not floating any more
 
An einer Stelle des Strandes baggerten sie alte Küstenschutzreste aus Beton aus dem Strandsand. Um das riesige Loch mit den aufgeschütteten Sandbergen standen jede Menge Arbeiter herum, während zwei Bagger arbeiteten. Den einen Mann haben wir gefragt, was sie dort machen. Er und die anderen Leute seiner Firma stehen dort von Januar bis Ende April herum und beaufsichtigen die Baggerführer, dass sie die Ausgrabungen richtig durchführen. Kein Wunder, dass sie zwischendurch Zeit haben, mit dem Teleobjektiv schöne Fotos zu machen oder selbst Strandgut zu sammeln. Ein zweiter Mann schenkte uns eine große Rauschemuschel. Den Seestern, den er auch im Angebot hatte, wollte Martina dann doch lieber nicht mitnehmen. 

Winter storm Jonas hits the Atlantic coast, but Tybee is a safe spot. No flooding, no snow, no hurricane warnings for this special area. But it is freezing cold and stormy. Thank God and Ron, the donator, we’ve got our heater, which is running all day long. Nevertheless we enjoyed a long walk along the beach, which was really wide at low tide. We found a lot of shells and some things we only took home as pictures. Does anybody know the correct names for these things?

Second hand

Während unseres Aufenthaltes in Großbritannien haben wir die charity shops für uns entdeckt; Läden, die gespendete Dinge  aller Art zu sehr günstigen Preisen weiter verkaufen und mit den Einnahmen Gutes tun. Sie sind immer ehrenamtlich organisiert und man findet sie in jedem, wirklich jedem Ort und immer auf der Highstreet oder direkt daneben. Sie sind nicht zu verfehlen, wenn man die Ortsmitte gefunden hat. Sie unterstützen große Organisationen wie Oxfam, das Britische Rote Kreuz und die Heilsarmee, die kennen wir auch in Deutschland, aber auch alles möglich andere, z.B. Leukämie-oder Brustkrebsstiftungen, alle möglichen sozialen Randgruppen (Menschen mit Beeinträchtigungen, Frauen und Kinder in Not, Analphabeten) und Tiere und andere soziale Belange aller Art. Nachdem wir die Shops erst entdeckt hatten, gehen wir inzwischen in jeden hinein, den wir finden. Manchmal nur zum Gucken, was andere Menschen mal besessen haben und für spendenswürdig halten. Oft genug haben wir aber auch schon Dinge für uns gefunden. Das erste war eine Strickjacke für den unerwartet kühlen schottischen Sommer. Da wir insgesamt nur mit wenig Kleidungsstücken reisen, geht das eine oder andere im Laufe des Jahres auch kaputt und wir ersetzen es dann durch ein neues gebrauchtes. Was dort wirklich schön anzusehen ist, ist die Anordnung der Kleidungsstücke. Meistens sind sie nach Farben sortiert, es ist unglaublich, wie viele Schattierungen von z.B. rot oder blau es bei Tops, Pullis, Blusen usw. geben kann. Haushaltsgegenstände findet man dort auch, aber oft genug kommen wir mit einem Buch wieder heraus. Und was wir nicht mehr brauchen, Fehlkäufe oder ausgelesene Bücher, das bringen wir wieder hin und spenden es. 

In den USA heißen sie thrift stores, und die waren nach unserer Ankunft schon etwas schwieriger zu finden, da es ja in dem Sinne keine kleinen Orte mit Ortszentren gibt wie in Großbritannien. Da wir nicht wussten, nach welchen Namen wir im Internet suchen sollten, sind wir zunächst bei der Heilsarmee gelandet, aber inzwischen gehen wir immer zu Goodwill, auch in einem Savers waren wir schon drin. Ähnlich wie in Großbritannien befinden sie sich meistens dort, wo viele Menschen hingehen, in oder in der Nähe einer shopping mall oder plaza. Die thrift stores sind, wie alles in Amerika, groß. Damit ist gemeint: groooß! Sie haben mindestens eine Grundfläche wie bei uns ein großer Supermarkt. Und dann wirkt die Masse der nach Farben sortierten Kleidungsstücke erst richtig gut. Leider haben sie das hier nicht so mit dem Sortieren. Besonders bedauerlich ist das bei Büchern, so dass immer alles durchgescannt werden muss, bevor man vielleicht ein Schätzchen findet (leider nicht so häufig wie in England). Das klingt vielleicht böse, ist aber gar nicht so gemeint: wahrscheinlich können die Angestellten es nicht besser. Im Gegensatz zu Großbritannien, wo die Verkäuferinnen, oft ältere Damen, auf ehrenamtlicher Basis arbeiten, versteht sich Goodwill hier auch als Möglichkeit, einen Arbeitsplatz für Menschen zu bieten, die ansonsten keine Chance auf einen haben. Dinge in Regale packen und auf der Kasse die richtigen farbig markierten Felder drücken (alle Dinge haben einen Anhänger in einer bestimmten Farbe und alle Kleidungskategorien, wie z.B. Ladies‘ Tops, einen Einheitspreis), das bekommt nach etwas Einarbeitungszeit wirklich fast jeder hin. Es gibt dort auch Menschen, die nur für das Saubermachen zuständig sind, und auch nur das gut können. Eine alphabetische Sortierung der Bücher und CDs stellt dann eine nicht zu bewältigende Herausforderung dar. 
During our journey we became real friends with charity shops (in Great Britain) and thrift stores (in the US). In Britain you find a variety of them in literally every town and always in the town’s centre. We do have a lot of second-hand shops in Germany, too. But except for some shops belonging to the German Red Cross, Oxfam or some supporting hospice care, they are commercial and support just the owner and, if any, some employees. After being a while in the US, we figured out, that Goodwill is the most common operating company here, offering not only clothes and other goods for reasonable prices but jobs for people with no chance to get one elsewhere, too. As far as there are no town centres in America, it took us a while to realise, that Goodwill stores are always located in or next to shopping malls or plazas. And as everything here, even the thrift stores are huge, loaded with clothes and household items, but having less books in stock than British charity shops. But nonetheless, we always find lots of stuff to read. And the best thing is, that we don’t have to carry the books home. We just donate them again. Some campgrounds have a small book shelf with books to swap as well.

Technik, die begeistert

Das Internet in Verbindung mit Wifi ist wirklich eine schöne Sache, wenn sie denn funktioniert. In den USA haben wir bisher meistens eine recht stabile Verbindung auf den Campingplätzen vorgefunden. Es erleichtert die Recherche nach dem nächsten Platz, einer Route, möglichen Sehenswürdigkeiten usw. Tausende von Fotos sind bereits in der Cloid gespeichert. Außerdem bleibt eine Verbindung mit zuhause möglich, egal, wie weit man weg ist, sei es über Facebook, diesen Blog, per Email oder What’s App oder Skype. Heute waren wir per Skype zu Besuch in Dänemark. Unser Sohn bekam seine Bachelor-Urkunde überreicht (er hat in Dänemark studiert) und wir konnten live dabei sein. Tausende von Kilometern weg und gleichzeitig in der Aula der Uni. Das war super! Wir waren vor Reiseantritt schon ein bisschen traurig, dass wir nicht dabei sein konnten. Aber so war es gut. Tilykke, Joshua!!

Travelling far away is much more easier since the Internet with all its possibilities. Today we used Skype to attend the presentation of the bachelor’s degree to our son in Denmark, where he had studied the last three and a half years.

Bergfest

Sechs Monate sind wir heute schon unterwegs! Die Hälfte der Zeit ist um. Ein Glück oder huäääh? Das wissen wir nicht so ganz genau. Die Reise hat sich auf jeden Fall ganz anders entwickelt, als wir uns das gedacht hatten. Gleichzeitig ist sie in den Eckdaten genauso, wie wir es geplant haben. Wir hatten in den Vorbereitungen nur gehofft, dass genau in diesem Jahr El Niño einfach mal aussetzen würde. Diese Hoffnung trog leider. Nun überwintern wir nicht in Kalifornien, sondern in Georgia und das auch nicht bei Tagestemperaturen um die 20 Grad. Sie liegen hier zur Zeit eher im hohen einstelligen Bereich mit Ausreißern nach oben. Aber meistens scheint die Sonne, und dann lassen sich auch die sehr kühlen Nachttemperaturen ertragen. Wir hatten zwischenzeitlich überlegt, doch nach Florida auszuweichen. Da ist es wirklich wärmer, aber genau deshalb auch wirklich voll. Alle Campingplätze in den State Parks sind ausgebucht, ebenso wie alle anderen Campingplätze, wenn man einen Monat durchbuchen möchte. Also bleiben wir auch den Februar über noch hier. Und wie ihr auf dem Foto sehen könnt, hält man es tagsüber auch mit leichtem Fieber gut draußen aus.

 

still with a bit of fever inside
 
Gestern bekamen wir Post, unser bestelltes Spiel ist da. Wir haben das typische nordamerikanische Spiel pegs and jokers beim Besuch in Kansas City kennengelernt. Im Internet fanden wir einen (unter mehreren) Kunsthandwerkern aus Oregon, der das Spiel aus heimischen Hölzern in einer Weise fertigt, die besonders bei RV-Bewohner beliebt ist, da man es sehr platzsparend verstauen kann. Wir haben uns für die Version aus Tennessee Red Cedar entschieden und es gleich ausprobiert. Es macht auch zu zweit Spaß, wenn man gewinnt. 

 

this address is just for UPS and Fedex deliveries
  
Karton im Karton
  
bereit für sechs Spieler
 
Half time! Exactly six month ago we embarked onto our great journey. And we still have another six months left. So, are we content and happy with the first part or not? We really don’t know. Some things have turned out completely different, but the greater outlines are still according to our plans. We knew about the el niño phenomenon beforehand, but we just hoped that it won’t happen this year. Well! Now we winter in Georgia, not in California, with temperatures lower than expected. But going to Florida, where it is much warmer, is no alternative, because everybody else is already there: no campground has available sites for a whole month. But as you can see on the photo, the sun is shining over Tybee as well. 

Yesterday our pegs and jokers board game arrived. We played it with our cousins in Kansas City and loved it. On the internet we found an artisan in Oregon, who is making the game from local wood in an RV friendly version. Now we’ve got one in Tennessee Red Cedar, enjoy playing it and can take it home to introduce the game to Germany.

Wieder gesund werden

So langsam werden wir beide wieder gesund. Nachdem alle chemisch hergestellten Medikamente aufgegessen sind, halten wir uns jetzt für die abklingende Grippe an Hausmittel: wir trinken literweise heißen Aufguss aus frischen Ingwerstücken, befeuchten unsere Nasenschleimhäute bei Bedarf mit salzhaltiger Lösung und praktizieren die nicht besonders gemochte, aber wirkungsvolle Nasendusche, dazu zur Schlafenszeit die Einreibung mit Kampher, Eukalyptus und Menthol. 

 

hot water with slices of fresh ginger
 
Damit die Abwehrkräfte wieder steigen, haben wir uns heute leckere frische Mandarinen gekauft, die wir vorher am Verkaufsstand probiert hatten. Es ist ja auch die Zeit für Zitrusfrüchte. Die Preise pro amerikanischem Pfund (weniger als unseres, nur 453,6g) haben wenig Ausagekraft, da es keine Vergleichspreise im Laden gibt, auch noch Steuern draufzu kommen und es sowieso langsam egal ist. Wir wollen sie ja essen, auch weil sie biologisch-dynamisch sind. Aber an der Kasse waren wir doch mal wieder halbwegs entsetzt! Wir haben für sechs (!) Mandarinen umgerechnet 9,20 Euro bezahlt. Okay, sie sind auch groß, wiegen mit Schale etwas mehr als ein Kilo. Nun werden wir sie gütergemeinschaftlich gerecht verzehren und uns jeden Schlitz auf der Zunge zergehen lassen.

 

sie sind wirklich lecker, eine verschwand schon in den Mündern, bevor das Foto gemacht werden konnte
 
Danach sind wir nach nebenan in den Drogieriemarkt gegangen und haben mal geschaut, was denn die entsprechenden Vitaminpillen so kosten. Und siehe da: viel günstiger! Kein Wunder, dass frisches Obst und Gemüse regelmäßig nur von einer Minderheit verzehrt wird, die Gehälter hier lassen es nicht anders zu.

  
Außerdem werden wir in letzter Zeit unfreiwillig in der Milch „downgegradet“: wir kaufen normalerweise die 3%ige Vollmilch für unser Frühstücksmüesli. Seit drei Wochen bekommen wir sie nicht mehr und sind über die 2%ige (gab es heute auch nicht mehr) bei der 1%igen Milch gelandet. Ob das nun etwas mit den Wochentagen zu tun hat (es war immer ein Montag, an dem wir Milch kaufen wollten) oder am Tod von mehr als 35.000 Milchkühen in Texas und New Mexico, die im Blizzard, dem wir entkommen sind, gestorben sind (die Internetpresse verneint dies), liegt; wir wissen es nicht. Allerdings wissen wir auch noch nicht, ob wir dann tatsächlich im Notfall 0%ige Milch essen möchten. Wahrscheinlich aber eher nicht.
Getting healthier every day. After finishing up all chemical medicine, we opt now for the traditional things: drinking gallons of ginger infusion, saline water dripped into the nose and essential oils rubbed onto the chest. Today we wanted to boost our vitamin C balance and bought sumo mandarins. As the name says, they are quite big. And so was the price! We paid 10$ for six(!) mandarins. That’s ridiculous in our eyes. Fresh fruit is much cheaper in Germany, especially citrus fruits in winter. Well, their website says, that we bought an outstanding product. Look for yourself, if you like: sumo citrus, but don’t believe every word: they are as messy as every other mandarin while peeling them and we have eaten others which were sweeter. Compared to prices for vitamin pills the sumos were extremely expensive. It’s getting more understandable, that Americans with an average income can’t afford fresh fruits and vegetables (especially organic) every day. But we also know, that a great deal of the vitamin amount in pills are excreted without any effect. 

And then there is the milk miracle. Maybe it’s just a Monday Milk Miracle. We used to buy whole milk with 3% fat, but the shelves stay empty. So we bought milk with 2% fat, and today even those shelves where empty, too. Just the one with 1% was left. No way, that we will buy milk with absolutely no fat the next time! According to Internet statements there is will be no milk shortage because of the 35,000 cows, who died during the blizzard in Texas and New Mexico in December. Who knows?