Was wir uns alles nicht gewünscht haben, …

… und trotzdem bekommen haben:

– eine tief entladene Batterie im Auto, so dass wir Heiligabend nicht zu dem Gottesdienst fahren konnten, zu dem wir so gerne wollten, um ein bisschen weihnachtliche Gefühle in diesem fremden Land zu bekommen. Dadurch konnten wir aber auch nicht zu den Christmas Dances im Nachbarpueblo am Weihnachtstag fahren.

– eine nicht existierende roadside assisstance, die wir eigentlich zu Beginn der Reise in New York abgeschlossen hatten. Später stellte sich heraus, dass die Kreditkarte angeblich nicht funktioniert hatte. Kompletter Quatsch, da der Mitgliedsbeitrag für den Club zwar abgebucht war, aber eben nicht der Betrag für den Autoschutz. Dies ist ein Land der Ausreden.

– die Erfahrung, dass 24/7 Service anscheinend nicht für ein Weihnachtswochenende gilt. Good Sam könnte uns vor Montag (wir wollten am Sonnabend aus dem Hotel auschecken) keinen Mechaniker schicken, war die telefonische Auskunft. Wir haben dann AAA angerufen, von denen kam innerhalb von zwei Stunden jemand, obwohl wir nicht Mitglieder sind, und gab uns einen jumpstart. Als wir dann in einer Werkstatt angekommen waren, war die Batterie wieder voll geladen. Es war glücklicherweise nichts anderes mit dem Auto und sie gaben uns den Rat, die Gegend möglichst schnell zu verlassen, weil einer der schwersten Schneestürme angekündigt worden war.

– heftiger Schneefall mit starken Sturmböen in den Bergen, so dass wir auf der Autobahn nur mit 50 kmh hinter einem LKW voran kamen, dadurch aber zumindest die Spur erkennen konnten.

– seitliche Windböen von 85 bis 90 kmh, die kleine und große tumbleweed Kugeln quer über die Straße trieben. Es war genauso wie in den Kinofilmen, allerdings wackelte der Van ganz unglaublich und wir bekamen Muskelkater in den Armen vom permanenten Gegensteuern. Im Fernsehen ist das netter anzuschauen.

– eine Fahrt durch eine pechschwarze Gegend. Es war zwischen 17 und 18 Uhr, stockfinster, kein einziges Haus auf der Strecke, kein Handyempfang, fast keine anderen Autos, nur gruselig.

– eine Flucht vor dem herannahenden Blizzard. Beim Tankstopp an der Grenze von New Mexico nach Oklahoma bei stürmischen minus 12 Grad gab man uns den guten Rat, nicht in dem Ort zu übernachten, wir wir es eigentlich wollten, sondern so schnell und so weit wie möglich nach Osten zu fahren, weil wir ansonsten für Tage im Nirgendwo eingeschlossen sein könnten.

– eine lange Fahrt durch die Nacht, nur unterbrochen durch Tankstopps und Pinkelpausen. Wir fuhren insgesamt knapp 14 Stunden, um von Santa Fe, NM nach Wichita, Kansas zu kommen und sind um vier Uhr morgens todmüde in einem Motelzimmer ins Bett gefallen. Der Blizzard war uns auf den Fersen, hatte uns bis dahin aber noch nicht eingeholt.

– ein Start ohne Frühstück am „nächsten Tag“. Wir haben uns um zehn Uhr lieber wieder auf den Weg gemacht. Es war ab dem Zeitpunkt Eisregen in der Gegend angekündigt worden. Dann wollten wir gern nicht mehr auf der Straße sein. Wir sind mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit weiter Richtung Kansas City, Missouri gefahren, um bei ganz entfernten Verwandten, von denen wir nur eine Adresse hatten, Unterschlupf zu finden.

Was wir auch noch bekommen haben, sozusagen als verspätete Weihnachtsgeschenke, ist die Erfahrung, von unbekannten Menschen nur aufgrund einer entfernten verwandtschaftlichen Verbindung absolut herzlich willkommen geheißen und umsorgt zu werden. Wir werden bis über Neujahr hier bei ihnen in Kansas City im Warmen in einem schönen Zimmer mit eigenem Badezimmer bleiben.

Der Schneesturm hatte uns dann am nächsten Tag tatsächlich eingeholt. Wir wachten auf und draußen war alles weiß, Eisregen fiel, die Nachrichten zeigten meterhohe Schneeverwehungen und gestrandete Fahrzeuge in New Mexico und wir saßen glücklich im warmen Wohnzimmer. Diese Reise hat so manche Überraschung für uns parat!

 

kurz hinter Santa Fe in den Bergen
  
die Berge sind wegen des dichten Schneefalls nicht mehr zu sehen
  
der LKW gibt die Geschwindigkeit vor
 
We will definitely never forget this Christmas. It started with a flat battery on Christmas Eve, so that we couldn’t get to a church service in Santa Fe. We always attend service on Christmas Eve, so this was a big disappointment. Because of the flat battery, well, it was actually completely dead, we weren’t able to visit the Christmas Dances in the Pueblo next to ours. It was definitely not in walking distance. So we stayed in our hotel room on Christmas Day, everything was closed, even the hotel restaurant! The next day (Boxing Day) we tried to get somebody for the car through our roadside assistance. We discovered that a) we didn’t purchased it because they made a mistake with our credit card and b) they would not come on a Christmas Weekend, in spite of announcing a 24/7 service. Well! But the AAA sent someone who gave us a jumpstart. The day before we had decided to head back east, because it was getting colder in New Mexico and because of El Niño it even rains in California. Now a severe blizzard was announced for the middle part of the States. So we drove all day and night through New Mexico, Oklahoma and Kansas for 14 hours, until we reached Wichita at three o’clock in the morning. We caught some hours of sleep before we drove one the next day towards Kansas City, Missouri, always slightly ahead of the blizzard. But now we are save. We’re staying with relatives of Martina for the next days. It’s warm and cosy and they are just angels, sent from heaven. We woke up the next day and everything outside was white with snow, sleet was falling and we are having a gorgeous time inside together with lovely people.

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