Die Menschen in dieser Gegend sprechen so gern und so oft über Essen wie die Briten über das Wetter. Seafood haben wir hier nicht gegessen, dafür aber Boudin blanc, eine Wurst aus Schweineleber und Reis und anderen Zutaten, die normalerweise gekocht wird. Die gab es gestern auf dem Büffet, sehr pikant gewürzt und lecker. Heute gab es chicken and sausage Gumbo, der traditionelle Eintopf hier aus Gemüse, das mindestens drei Stunden gekocht und dann entfernt wird. Dann kommt das Fleisch oder seafood hinein und angedickt wird es mit einer roux, einer sehr dunklen Mehlschwitze. Am Ende wird dann filé powder darüber gestreut, getrocknete und gemahlene Sassafrasblätter. Serviert wird der Eintopf über Reis und das Ergebnis ist absolut lecker!

Das ganze haben wir bei Livemusik genossen. Wir waren in Vermilionville, eine Art Freilichtmuseum für den Südwesten Louisianas. Dort gibt es sonnabends immer eine Cajun Jam Session.

In den historischen Häusern gingen die „Bewohner“ ihren Tätigkeiten nach und haben uns darüber informiert. Angesichts der Jahreszeit lag der Schwerpunkt der Aktivitäten im weihnachtlichen Bereich. Mit einigen haben wir uns so ausführlich unterhalten, dass die Zeit nicht ausreichte, alle Häuser zu besichtigen (dabei gibt es nur sieben, dazu die Schule, die Schmiede und die Kirche). Aber wir haben etliches gelernt über den traditionellen Hausbau (zur Isolierung und Verkleidung des Holzständerwerkes wurde bousillage verwendet, eine Mischung aus Ton aus dem Fluss und Spanish Moss, das überall von den Bäumen herabhängt), die verschiedenen Immigrationswellen aus allen Ecken der Welt (auch aus Deutschland in zwei Wellen), uns mit Nachfahren der Native Americans und einem Trapper unterhalten, einer traditionellen Cajun Weihnachtsgeschichte gelauscht, die Zeit verging wie im Fluge.


Bei Borden’s Ice Cream, dem letzten noch verbliebenen originalen Eisgeschäft der Firma Borden in den USA, gebaut 1940, gab es dann leckeres Eis in einer Doppelwaffel. Wir waren einigermaßen erstaunt, dass pro Eiswaffelöffnung drei Kugeln der gewünschten Sorte übereinander gestapelt wurden, d.h. wir bekamen zwei Sorten Eis und insgesamt sechs Kugeln. Das ersetzte doch glatt das frühe Abendessen.



In Downtown Lafayette gibt es an jedem zweiten Sonnabend im Monat den 2nd Saturday Artwalk, 24 Galerien, die aktuelle lokale Kunst zeigen, in etlichen Galerien waren die Künstler anwesend und wir haben sehr interessante Gespräche mit ihnen über ihre Werke führen können. Natürlich hätten wir auch jede Menge Kunst kaufen können, aber dafür fehlte uns das nötige Kleingeld. Es gab dazu fast an jeder Straßenecke Livemusik, Kunsthandwerker verkauften ihre Produkte, die Galerien boten gratis Wein und Knabberkram an, die Museen hatten ebenfalls geöffnet und kosteten keinen Eintritt. Draußen waren 24 Grad, in den Gebäuden kühlte die Klimaanlage alles ordentlich herunter. Das wäre mal eine gute Idee für unsere Innenstädte, die nach Ladenschluss verweist sind. Nur das mit dem angenehmen Klima im Winter, das bekommen wir wohl nicht mehr hin.



Cajun people like to talk about food as the British like to talk about the weather. We didn’t try seafood here, but Boudin blanc, a sausage made out of pork liver and heart meat and rice, then cooked or fried, really spicy and delicious. Today we ate Chicken and Sausage Gumbo, a stew made out of vegetables and a strong stock, boiled for at least three hours, thickened with a roux, spiced up with filé powder, added meat or seafood and then poured over rice, yummy! We had it while listening to traditional Cajun music, which was played in Vermilionville, a Cajun and Creole living history museum with seven restored houses, a school, a forge and a church from the 1765-1890 area. We had an ice cream at Borden’s Ice Cream, an historic ice cream parlour from 1940, the last Borden’s Ice Cream location in the United States. Now we had the perfect base to join the 2nd Saturday Artwalk in Downtown Lafayette, where galleries and museums were open from 6p.m. to 9 p.m., showing local contemporary art, serving wine, live music was performed and everybody enjoyed the nice temperatures outside (75 degrees Fahrenheit).