In New Orleans zu sein und nicht das French Quarter zu besuchen, wäre ja fahrlässig. Deshalb haben wir heute den vom RV-Park angebotenen Shuttle-Service genutzt und uns direkt dorthin fahren lassen. Morgens um halb elf waren schon eine Menge Touristen im French Quarter unterwegs und gleichzeitig lagen noch etliche Schnapsleichen auf den Straßen herum. Uns wurde erzählt, dass morgens die Straßen alle gründlich gereinigt und mit einem Duft besprüht werden, damit man es dort nach den Partyexzessen der vergangenen Nacht überhaupt aushalten kann. Es stimmte, überall war und roch es sauber, glücklicherweise. In diesem Teil der Stadt sah es so aus, wie wir es aus Funk und Fernsehen kennen. Alles ist nach dem Hurrikan Katrina wieder (für die Touristen) aufgebaut worden. Aber wenn man an den Fassaden nur etwas höher als bis zum ersten Stock schaut, dann weiß man, was mit dem Begriff ‚morbider Charme‘ gemeint sein kann. Unten blinkt und glitzert es, vor allem in der Dunkelheit, weiter oben interessiert es keinen, denn damit wird kein Geld gemacht. Auf dem Weg in die Innenstadt waren durchaus noch etliche Spätfolgen des Hurrikans zu sehen, obwohl das inzwischen zehn Jahre her ist und es sich nicht um den berühmt-berüchtigten Lower 9th Ward handelt.
Rund um den Jackson Square standen die Maler wie in Frankreich und stellten ihre Werke am Zaun aus. Vor der St. Louis Cathedral hatten die witches, Tarot-Kartenleserinnen und palm reader ihre Tische und Requisiten aufgestellt und beschäftigten sich mangels Kundschaft mit ihren Smartphones.



Im Louis Armstrong Park waren den lokalen Größen des Jazz und des Mardi Gras Statuen gewidmet, außer Satchmo waren u.a. Mahalia Jackson, Sidney Bechet, Buddy Bolden repräsentiert.
Den St. Louis Cemetry No. 1 wollten wir uns natürlich auch anschauen. Daraus wurde leider nichts, denn dort darf mit nur mit einem offiziellen Tourguide hinein. Das war uns zu blöd und the final resting place of Voodoo Queen Marie Laveau war dann auch nicht attraktiv genug, um 25$ pro Person zu zahlen, damit wir zwei Stunden im Schneckentempo durch die Straßen spazieren und den sturzbachartigen Erklärungsschwallen der guides anhören können. Also sind wir lieber durch die Bourbon street gebummelt und haben uns rechtzeitig einen guten Platz auf der Canal Street gesichert, um uns Krewes of Jingles, eine Weihnachtsparade mit marching bands, Tanzgruppen, Paradewagen und Stelzenläufern, anzusehen. Das hat Spaß gemacht, die Kinder hatten einen Riesenspaß, statt ‚Kamelle‘ wurden rotweiß gestreifte candy canes und Kaugummi geworfen und vor allem Ketten. Mit denen haben wir erst uns und später unseren Wagen weihnachtlich dekoriert. Auf Kays Facebook-Seite sind davon noch mehr Fotos zu sehen.


Irgendwann mussten wir auch mal etwas essen, natürlich mit live Jazzmusik. Aus all den regionalen Leckereien (Gumbo, Jambalaya, seafood, poboys, beignets), die uns im Vorwege empfohlen wurden, haben wir uns für die poboys entschieden, einmal mit catfish und einmal mit alligator sausage gefüllt. Beides sehr lecker!


Nachdem wir dann auch den Mississippi mit den Schaufelraddampfern und eine der street cars gesehen hatten, wurde es Zeit, zum Campervan zurückzukehren.
French Quarter, a must see in New Orleans, although it looked like as we already knew it from telly and movies. Everything looked nice again after Katrina, at least until the second floor. We couldn’t visit the famous St. Louis Cemetry No. 1, because they allow only people with guided tours inside, but we attended a Christmas Parade, The Krewes of Jingle. That was really fun, carnival floats, dancing schools, cars and trucks, stilt walker, all dressed up according to the season, to this marching bands and pickups with huge PA systems and everything really loud, even the audience. We were pelted with necklaces, candy sticks, bubble gum and cuddly toys, well, the last item only went to children. We had a wonderful late lunch with poboys filled with catfish resp. alligator sausage, delicious, and a glimpse on the Mississippi River before we went back.