In Yorkshire, 4.-9.8.15

Fünf Tage in Yorkshire
Der 4. August war Reisetag, es ging von Norwich nach Sheriff Hutton bei York durch das wunderschöne Lincolnshire. Unser Navi führte uns über Nebenstrecken durch einfach atemberaubend schöne Ecken. Die Fahrt durch Lincolnshire hat auch unsere Laune gerettet. Wir wollten auf dem Weg noch zwei Dinge anschauen: das erste hatte dienstags geschlossen, in Spalding haben wir die im Reiseführer hoch gelobten Festival Gardens gesucht und sind in einem Outlet-Center gelandet, in dessen Gartenmarkt die Verkäuferin gar nichts über die Gärten wusste. Nach etlichem Hin und Her fanden wir sie dann selbst, gleich hinter dem Shoppingcenter (Wie hohl kann man eigentlich sein, um dort zu arbeiten, ohne zu wissen, was sich 50 Meter weiter auf dem gleichen Gelände befindet!), wenig gepflegt und sehr enttäuschend. Aber wie bereits erwähnt, Lincolnshire ist super, hier eine kleine Auswahl von Ortsnamen: Usselby (stellvertretend für ungefähr 150 Orte mit der Endung -by), Holton cum Beckering, Normanby le Wold, Newton by Toft, Toft next Newton, zwischen den beiden letztgenannten liegt Newtoft!

Über die Humberbridge (wie die Golden Gate Bridge in San Francisco, nur länger!) bei Kingston-upon -Hull ging es dann Richtung York. Einen Anruf des Campingplatzes während der Brückenüberquerung haben wir verpasst, leider, wie sich im weiteren Verlauf der Fahrt herausstellte. Bei der Ankunft auf dem Platz war keiner da, wir haben dann einfach unser Zelt aufgestellt, bei sehr viel Wind auf einem Plateau, Essen gekocht (Linsensuppe) und uns über alles mögliche geärgert. Und am nächsten Morgen stellte sich dann an der Rezeption heraus, dass wir auf dem falschen Campingplatz gelandet waren. Netterweise hat der Betreiber uns nichts berechnet. Also nach dem Frühstück schnell das Zelt abgebaut, alles lose ins Auto und 500m weiter die Straße hinunter. Der Betreiber in Norwich hatte für uns vorgebucht, allerdings auf seiner Clubsite. Wir waren aber den ADAC-Angaben gefolgt. Wer rechnet denn auch damit, dass mitten in der Pampa zwei Plätze von konkurrierenden Gruppierungen, dafür mit fast identischem Namen sind!!

Da dann wieder aufgebaut und kurz eingerichtet, nach York gefahren (total bescheuerte Idee, in die Innenstadt hinein mit dem Auto zu fahren, war aber notwendig), dann wieder raus, einkaufen und dann ab nach Castle Howard. Ein beeindruckendes Gelände, vor allem die Gärten und Parks; auch das Schloss, die Besichtigung ist aber zügig zu schaffen. 
Am nächsten Tag stand York selbst auf dem Programm, diesmal aber per P&R, nur 12 km vom Campground entfernt, und von dort mit dem Bus in die Innenstadt. Das ging schnell, war nicht teuer und das Auto stand sicher auf einem bewachten Parkplatz für umsonst. Das Sightseeing-Programm war sehr dicht, da wir uns den Yorkpass gekauft hatten und Dessen Angebot musste dann auch „abgewohnt“ werden, damit sich die Investition rechnet! 

  • York Minster, den beeindruckenden optischen Höhepunkt von York, auf den Resten eines römischen Forts stehend,
  • Altstadtbummel inklusive Shambles,
  • Besteigung des Clifford Tower, um einen Ausblick über die Stadt zu bekommen, 
  • Rundfahrt mit dem Ausflugsboot, 
  • Jorvik Viking Centre, multimedial sehr schön aufbereitet, so dass man einen guten Eindruck von den Erkenntnissen der Ausgrabungen dort an Ort und Stelle bekam.

Und dann waren wir platt! Noch ein kleines Stückchen auf der Stadtmauer entlang gelaufen und dann den nächsten Bus zurück genommen. 
Am Freitag ging es entspannter zu: wir machten eine Fahrt mit der North Yorkshire Moors Railway von Pickering nach Whitby, quer durch den Nationalpark an die Küste, insgesamt 29 km, für die die alte Dampflok fast zwei Stunden brauchte, Umkopplungen und Aufenthalte eingerechnet. Betty Boo durfte in der Zeit direkt an einem Forellenangelsee auf uns warten. Die Eisenbahnfahrt war entspannend und ging durch eine beeindruckend schöne Landschaft. Am Ende kamen wir in Whitby an, eine nette Badestadt am Meer, interessanterweise keine Pier mit den typischen Amüsements (die waren alle an der Straße zum Strand), sondern eine Flutbarriere ins Meer hinein, auf die wir gehen konnten. Die andere Seite der Flussmündung wird dominiert von der Kirche und einer Abteiruine, die Bram Stoker als Vorbild für sein Buch Dracula diente. Die 199 Stufen hinauf haben wir für die Fotomotive auch noch geschafft, bevor es dann zurück ging.

Am nächsten Tag stand der Haushalt mal im Vordergrund. Wir blieben auf dem Campingplatz (die Plätze vom Camping and Caravaning Club sind sehr empfehlenswert, der nächste ist schon gebucht!), um Wäsche zu waschen und uns auszuruhen. Zur Belohnung kam dann abends der Fish’n’Chips-Wagen auf den Platz und die Küche konnte auch Pause machen. Die nächsten Tage werden wir dann weiter im Norden sein.
Five days in Yorkshire, fully packed with sightseeing: a day in York with climbing on towers, going under the surface and riding a boat; a journey with a historic steam railway from Pickering to Whitby through the North Yorkshire Moors National Park and a visit of Castle Howard in an Area of Outstanding Beauty! We needed the last day staying on the campsite to rest and doing the laundry.

Fünf Tage in East Anglia

Diese fünf Tage waren dicht gespickt mit Sightseeing und anderen interessanten Erlebnissen.Von London aus ging es zunächst über Walton-on-the-Naze (achteckiger Leuchtturm) und Sudbury nach Lavenham, eine Tudor-Stadt, in der extrem viele Gebäude aus der Zeit erhalten geblieben sind. Wir haben relativ kurz die Guildhall besucht, eines der imposantesten Tudorgebäude im Ort, in dem der National Trust eine sehr, sehr gut gemachte Ausstellung zur Geschichte des Ortes unterhält. Da wären wir gern länger geblieben, aber der Campingplatz in Norwich rief. Lavenham ist definitiv einen Abstecher wert.

   
 
In Norwich gab es einige Probleme, den Campingplatz zu finden, da die direkte Zufahrtsstraße gesperrt war und man nur von der Richtung aus die Beschilderung sehen konnte. Die Einheimischen an der Tankstelle in der Nähe hatten auch noch nie etwas von einem Campingplatz in der Nähe gehört – funny! Irgendwann hatten wir ihn gefunden, den Camping and Caravanning Club, betrieben von einem außerordentlich hilfsbereiten und freundlichen Ehepaar. Wir bekamen auf Nachfrage sogar noch einen Platz mit Stromanschluss, obwohl es eigentlich keinen mehr gab. Nach Zelt aufbauen und alles einrichten gab es um 22.30 Uhr frischgekochtes Essen (Tomaten-Linsen-Suppe mit frischem Koriander). Das erste Mal auf dem Gaskocher gekocht, gewöhnungsbedürftig, aber es geht. Und wenn eine Suppenkelle nicht Bestandteil des Gepäcks ist, dann muss man die Suppe einfach dicker kochen 😄.

Norwich selbst ist einen Besuch wert, abgesehen davon, dass man gut shoppen kann. Wir haben nun eine neue Bodumkanne zum Kaffeekochen. Der Glasbehälter der alten Kanne stand wohl während der Fahrt zu sehr unter Spannung und war gesprungen. Passend zu Betty Boo ist sie jetzt blau. Eigentlich wollten wir nur einen Ersatzglasbehälter haben, aber die neue Kanne war £3 billiger als der Ersatzbehälter. Sehenswert waren auch der Markt, das Castle, die Royal Arcade und die Kathedrale. Dort hatten wir das Glück, einer Durchlaufprobe des Chors zu lauschen.

Ein Ausflug führte uns mit Betty Boo Richtung Norden nach Aylesham, um dort Blickling Hall zu besichtigen. Das Innere war anlässlich des 75. Jahrestages der Übereignung an den National Trust durch Lord Lothian (der überhaupt erst politisch ermöglicht hat, dass große Country Houses (Adelssitze) dem National Trust übereignet werden konnten, um z.B. Erbschaftssteuern zu sparen) umgestaltet und wir machten eine Zeitreise in die Zeit um 1935. Alle Räume waren so ausgestattet, als wenn der Lord gerade das Zimmer verlassen hätte und gleich wiederkommen würde. Das war ziemlich cool, man fühlte sich fast als Besucher, wir durften sogar in der Großen Halle auf den Sofas sitzen und so kurz das Gefühl haben, Teil des Ganzen zu sein. Abgesehen davon waren die unterschiedlichen Gärten ein Traum! Dann ging es weiter Richtung Norden, an die Steilküste nach Cromer. Dort war es erst einmal nicht so einfach, direkt ans Wasser zu kommen. Den Strand konnte man die ganze Zeit sehen, mit Menschen darauf, klein wie Spielzeugfigürchen, so weit oben waren wir, bzw. so hoch waren die cliffs. Über Treppen bzw. slopes kam man doch hinunter. Zwischen Massen von Flintsteinen in allen Größen (zwei kommen mit auf die Reise) war schöner feiner Sand. Von dort aus war auch die Höhe der Steilküste gut zu erkennen.

Ein weiterer Ausflug führte quer durch Norfolk nach Oxburgh Hall, einem Schloss, entstanden bereits in der Tudorzeit. Nach Besichtigung und Picknick im Garten bei allerschönstem Sonnenschein ging es weiter durch die Fens, querdurch über kleine Holperstraßen, am River Ouse entlang und durch sonntäglich verschlafene Orte nach Ely. Wir wollten die Kathedrale besichtigen (lohnenswert) und kamen mitten in den Evensongs an. Da Ely schon in Cambridgeshire liegt, war die Rückfahrt entspechend länger, ging aber durch schöne Landschaften. Das Fahren auf der linken Seite geht inzwischen sehr gut, bleibt aber anstrengend.

Früher als erwartet haben wir auch das britische Gesundheitssystem kennengelernt. Und das, nachdem wir das letzte halbe Jahr in Deutschland auch damit verbracht haben, alle möglichen Ärzte vorsorgetechnisch aufzusuchen. Kay fiel eine seiner Kronen heraus. Aber wir sind ja in der Zivilisation unterwegs und nun hat er, ausgerechnet an seinem Geburtstag, einen Termin beim Zahnarzt. Wie gut, dass es Internet gibt und dass wir beide eine britische SIM-Karte in unseren Telefonen haben mit ziemlich viel Downloadvolumen zum Recherchieren auch solcher Dinge.

Das Zahnarzttreffen war unproblematisch, die Krone sitzt wieder dort, wo sie sitzen soll und der Preis betrug, wie schon bei der Terminabmachung angekündigt, £65. Dann gab’s Geburtstagstee und ~pastries im Café des Sainsbury Centre for Visual Arts (das Museum selbst war leider geschlossen, Montag!), nachdem wir um den See auf dem Unigelände spaziert sind.

Nun stehen für den letzten Tag in Norwich noch Ölwechsel, Post abholen und fish’n’chips zum Abendessen (heute bleibt die Küche kalt 😄) auf dem Programm, bevor es morgen weiter Richtung Norden geht. Der nächste Stopp wird York und Umgebung sein.
Five days in East Anglia: we visited the Guildhall in Lavenham, had great times in Blickling Hall and Oxburgh Hall, drove to Cromer, attended Evensongs in Ely Cathedral, strolled through Norwich, listened to a choir rehearsal in the Cathedral, Kay had an appointment with a dentist and the campgound was really nice.