Fünf Tage in Yorkshire
Der 4. August war Reisetag, es ging von Norwich nach Sheriff Hutton bei York durch das wunderschöne Lincolnshire. Unser Navi führte uns über Nebenstrecken durch einfach atemberaubend schöne Ecken. Die Fahrt durch Lincolnshire hat auch unsere Laune gerettet. Wir wollten auf dem Weg noch zwei Dinge anschauen: das erste hatte dienstags geschlossen, in Spalding haben wir die im Reiseführer hoch gelobten Festival Gardens gesucht und sind in einem Outlet-Center gelandet, in dessen Gartenmarkt die Verkäuferin gar nichts über die Gärten wusste. Nach etlichem Hin und Her fanden wir sie dann selbst, gleich hinter dem Shoppingcenter (Wie hohl kann man eigentlich sein, um dort zu arbeiten, ohne zu wissen, was sich 50 Meter weiter auf dem gleichen Gelände befindet!), wenig gepflegt und sehr enttäuschend. Aber wie bereits erwähnt, Lincolnshire ist super, hier eine kleine Auswahl von Ortsnamen: Usselby (stellvertretend für ungefähr 150 Orte mit der Endung -by), Holton cum Beckering, Normanby le Wold, Newton by Toft, Toft next Newton, zwischen den beiden letztgenannten liegt Newtoft!
Über die Humberbridge (wie die Golden Gate Bridge in San Francisco, nur länger!) bei Kingston-upon -Hull ging es dann Richtung York. Einen Anruf des Campingplatzes während der Brückenüberquerung haben wir verpasst, leider, wie sich im weiteren Verlauf der Fahrt herausstellte. Bei der Ankunft auf dem Platz war keiner da, wir haben dann einfach unser Zelt aufgestellt, bei sehr viel Wind auf einem Plateau, Essen gekocht (Linsensuppe) und uns über alles mögliche geärgert. Und am nächsten Morgen stellte sich dann an der Rezeption heraus, dass wir auf dem falschen Campingplatz gelandet waren. Netterweise hat der Betreiber uns nichts berechnet. Also nach dem Frühstück schnell das Zelt abgebaut, alles lose ins Auto und 500m weiter die Straße hinunter. Der Betreiber in Norwich hatte für uns vorgebucht, allerdings auf seiner Clubsite. Wir waren aber den ADAC-Angaben gefolgt. Wer rechnet denn auch damit, dass mitten in der Pampa zwei Plätze von konkurrierenden Gruppierungen, dafür mit fast identischem Namen sind!!
Da dann wieder aufgebaut und kurz eingerichtet, nach York gefahren (total bescheuerte Idee, in die Innenstadt hinein mit dem Auto zu fahren, war aber notwendig), dann wieder raus, einkaufen und dann ab nach Castle Howard. Ein beeindruckendes Gelände, vor allem die Gärten und Parks; auch das Schloss, die Besichtigung ist aber zügig zu schaffen.
Am nächsten Tag stand York selbst auf dem Programm, diesmal aber per P&R, nur 12 km vom Campground entfernt, und von dort mit dem Bus in die Innenstadt. Das ging schnell, war nicht teuer und das Auto stand sicher auf einem bewachten Parkplatz für umsonst. Das Sightseeing-Programm war sehr dicht, da wir uns den Yorkpass gekauft hatten und Dessen Angebot musste dann auch „abgewohnt“ werden, damit sich die Investition rechnet!
- York Minster, den beeindruckenden optischen Höhepunkt von York, auf den Resten eines römischen Forts stehend,
- Altstadtbummel inklusive Shambles,
- Besteigung des Clifford Tower, um einen Ausblick über die Stadt zu bekommen,
- Rundfahrt mit dem Ausflugsboot,
- Jorvik Viking Centre, multimedial sehr schön aufbereitet, so dass man einen guten Eindruck von den Erkenntnissen der Ausgrabungen dort an Ort und Stelle bekam.
Und dann waren wir platt! Noch ein kleines Stückchen auf der Stadtmauer entlang gelaufen und dann den nächsten Bus zurück genommen.
Am Freitag ging es entspannter zu: wir machten eine Fahrt mit der North Yorkshire Moors Railway von Pickering nach Whitby, quer durch den Nationalpark an die Küste, insgesamt 29 km, für die die alte Dampflok fast zwei Stunden brauchte, Umkopplungen und Aufenthalte eingerechnet. Betty Boo durfte in der Zeit direkt an einem Forellenangelsee auf uns warten. Die Eisenbahnfahrt war entspannend und ging durch eine beeindruckend schöne Landschaft. Am Ende kamen wir in Whitby an, eine nette Badestadt am Meer, interessanterweise keine Pier mit den typischen Amüsements (die waren alle an der Straße zum Strand), sondern eine Flutbarriere ins Meer hinein, auf die wir gehen konnten. Die andere Seite der Flussmündung wird dominiert von der Kirche und einer Abteiruine, die Bram Stoker als Vorbild für sein Buch Dracula diente. Die 199 Stufen hinauf haben wir für die Fotomotive auch noch geschafft, bevor es dann zurück ging.
Am nächsten Tag stand der Haushalt mal im Vordergrund. Wir blieben auf dem Campingplatz (die Plätze vom Camping and Caravaning Club sind sehr empfehlenswert, der nächste ist schon gebucht!), um Wäsche zu waschen und uns auszuruhen. Zur Belohnung kam dann abends der Fish’n’Chips-Wagen auf den Platz und die Küche konnte auch Pause machen. Die nächsten Tage werden wir dann weiter im Norden sein.
Five days in Yorkshire, fully packed with sightseeing: a day in York with climbing on towers, going under the surface and riding a boat; a journey with a historic steam railway from Pickering to Whitby through the North Yorkshire Moors National Park and a visit of Castle Howard in an Area of Outstanding Beauty! We needed the last day staying on the campsite to rest and doing the laundry.


