Wunder geschehen …

… auch wenn es Menschen heutzutage schwer fällt, sie zu erkennen.

Die sonntägliche Fahrt durch die wunderschönen Highlands endete dann mit einem Schreck und mehreren Wundern: Als wir in Rosemarkie auf der campsite ankamen, gab die Gangschaltung auf. Mit aller Gewalt gelang es Kay noch einmal, den Rückwärtsgang reinzuhauen und einzuparken. Wir fertig, Auto fertig, erstmal Ende. Großer Frust und vertagen auf Montag! Die örtliche Werkstatt sah sich dann allerdings nicht in der Lage, den T4 zu reparieren. Der Frust vergrößerte sich schlagartig. Da half es auch wenig, dass jedenfalls das Gebührenaufladen der britischen SIM-Karten problemlos klappte. Nachmittags dann die deutsche SIM-Karte wieder eingelegt und bei schwierigem Empfang ein Telefonat mit dem ADAC in München geführt. Die haben dann den zuständigen AA in Inverness beauftragt und uns versichert, die Hotelkosten bis €85 pro Person und Nacht zu übernehmen. Wir mussten ja irgendwo übernachten, wenn unser Zuhause, wir leben ja in unserem Bus, plötzlich nicht mehr erreichbar ist, weil es in irgendeiner Werkstatt steht. Also per Internet und iPhone (mit weiterhin unzureichendem Netz!!!) schon mal auf die Suche nach Hotel und/ oder B&B gemacht. Das Nordseeöl und die Hochsaison, auch wenn man von der wettertechnisch so gar nichts merkt, treiben hier die Preise genau dahin: Zimmer ab £240. Noch mehr Frust! Aber prophylaktisch haben wir schon mal den Koffer gepackt. Dann eine lange Wartezeit, in der man so gar nichts mit sich und der Welt anfangen mag. Nach 2,5 Stunden kam ein Engel in Gestalt eines Mechanikers von Ross‘ Garage und stellte fest, dass die Bremsflüssigkeit weg ist. Beim T4 (bei unserem Baujahr) werden Kupplung und Bremsen in einem System mit Hydraulikflüssigkeit versorgt und die war schlicht nicht mehr im dafür zuständigen Tank. Nun also die Wunder:

1. Dass wir es lebendig durch die Highlands geschafft haben – es hätte ebenso gut auch einfach die Bremse ausfallen können. Bei dem z.T. 20%igen Gefälle und den scharfen Kuven mag man sich die Konsequenzen nicht einmal vorstellen.

2. Dass der AA-Mann alles vor Ort reparieren konnte und das mit vollem körperlichen Einsatz und unter tatkräftiger Hilfe von Campingplatznachbarn, die sowohl beim Übersetzten (broad Scottish to Scottish English) halfen, als auch Auffahrrampen etc. zum Aufbocken des Busses organisierten. 

3. Den ganzen Tag hatte es immer wieder geregnet. Recht ergiebig mitunter… Aber während der 1 1/2 stündigen Reparatur war hier in der Bucht trockenes und windstilles Wetter, während es ringsherum regnete. Als alles getan war (System entlüften, Flüssigkeit nachfüllen, Systeme in Funktion bringen, alles wieder zusammenbauen…), erschien über der Bucht, direkt vor uns, ein Regenbogen. Deutlicher konnte das Zeichen doch wohl nicht ausfallen, dass da jemand die schützenden Hände um uns herum gehalten hatte!!

Anschliessend gab es für alle Beteiligten heißen Tee, eine kurze Probefahrt über den Platz und wir und Betty Boo waren das Gesprächsthema Nr. 1 auf der campsite. Alle erkundigten sich danach mit großer Anteilnahme und Geschichten von anderen Katastrophen.

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