Golf spielen in Schottland 

Liebe Uta (und alle anderen, die es interessiert), hier sind die versprochenen Fotos! Heute waren wir Golf spielen auf einem echten, offiziellen 9-Loch-Platz. Und das als absolute Anfänger mit ‚keine Ahnung von gar nix‘. Auf dem Gelände von Cawdor Castle (bei Inverness) darf man das: Ticket lösen, eigene Schläger dabei haben oder ausleihen (was wir gemacht haben), Bälle waren dabei und ab die Post. Keine spezielle Einweisung, nur „enjoy“. Es war wirklich unterhaltsam, spazieren gehen mit Anstrengung und Frust, wenn der Ball ins Nirgendwo flog. Und wir waren so langsam, der arme Mann, der hinter uns war. Glücklicherweise war sehr wenig Betrieb auf dem Platz.

   
   
Played golf today on a 9-hole-course in Cawdor Castle. Never did it before and didn’t know much about what to do on the green. But it was fun, even if we couldn’t find every ball again we hit into the nowhere. 

Sonntags in Inverness

Was kann man dann wohl gut machen? Auf jeden Fall nicht ins Museum o.ä. gehen, denn die haben hier nicht nur montags, sondern auch sonntags geschlossen. Aber shoppen geht richtig gut!! Wir haben auf dem Weg nach Nairn mehrere retail center unsicher gemacht: zwei Outdoor-Läden, ein Baumarkt, ein Sonderpostenmarkt und Aldi waren unsere Ziele. Nun haben wir den dritten Hammer innerhalb von sechs Wochen zum Heringe einschlagen gekauft, diesmal ein Latthammer mit Schaft und Kopf aus einem Stück Stahl geschmiedet. Der muss nun aber mal halten! Martina muss nicht mehr frieren dank einer Fleece-Fell-Jacke „inspired by the great British weather“ und „built for British weather  since 1954″, wie die Etiketten verraten. Und dann haben wir „Zuwachs“ bekommen: ein „Babyzelt“ als Vorbereitung für den einsamen Norden, damit das große Vorzelt in der Dachbox bleiben kann und Tisch, Stühle und was da sonst so drin rumsteht, nachts ein Dach über dem Kopf hat. Ist schnell aufgebaut, denn es ist ein Pop-up-Zelt. Feine Sache. Auf dem Foto ist es zur Probe aufgestellt.

Und nun sind wir in Nairn, auf der anderen Seite des Moray Firth in einem Wald. Aber in einer halben Stunde zu Fuß ist der Strand erreicht, und was für einer!

   
    
 Sunday shopping in Inverness, the museums are closed not only on Mondays, but on Sundays, too. But several retail centres were an alternative: the hard rocks under the gras standing pitches killed our second mallot as well, so we bought a proper claw hammer. Martina got a really warm British made outdoor jacket, so no more freezing evenings in the tent. And our belongings like chairs, table etc. got a tent for their own, in case the big awning won’t be put up.

Now we are in Nairn on the other side of the Moray Firth. Just look at this fabulous beach!

Morgen geht’s weiter …

… mit einem besonderen Gruß nach Schleswig-Holstein, wo am Montag das neue Schuljahr beginnt, diesmal ohne uns! Wir haben uns eine Woche an der Rosemarkie Bay erholt und machen uns morgen auf den Weg, um weiterhin den schottischen Norden zu erkunden, der grobe Plan führt uns bis in den nordwestlichen Zipfel des mainlands. Mal sehen, wie sich das Wetter entwickelt und wann wir dort ankommen werden. Heute gab es vintage and classic cars mit Volksfest und drums and pipes direkt im Ort (Fortrose).

   

   
Relaxing by the sea with vintage cars and local music today. Still on the Black Isle, but leaving tomorrow to see more from the Scottish mainland.

Grillen im Herbst

Heute wieder ein Mix aus (weniger) Sonne und (mehr) Regen und das bei 14 Grad (nachts ist es nur zwei Grad kälter). Aber macht nichts, heute wurde der Grill eingeweiht, und es gab geräucherten Lachs vom wet fish van, der zu uns auf den Campingplatz kam. Dazu Kartoffeln und Maiskolben, zum Dessert in der Glut gegarte Banane mit Honig. Hektoliter heißen Tee den ganzen Tag, so bleibt zumindest die Körpertemperatur annähernd da, wo sie sein soll!

   
   

Not far away from freezing cold, but time for a BBQ: see the results above!

Wunder geschehen …

… auch wenn es Menschen heutzutage schwer fällt, sie zu erkennen.

Die sonntägliche Fahrt durch die wunderschönen Highlands endete dann mit einem Schreck und mehreren Wundern: Als wir in Rosemarkie auf der campsite ankamen, gab die Gangschaltung auf. Mit aller Gewalt gelang es Kay noch einmal, den Rückwärtsgang reinzuhauen und einzuparken. Wir fertig, Auto fertig, erstmal Ende. Großer Frust und vertagen auf Montag! Die örtliche Werkstatt sah sich dann allerdings nicht in der Lage, den T4 zu reparieren. Der Frust vergrößerte sich schlagartig. Da half es auch wenig, dass jedenfalls das Gebührenaufladen der britischen SIM-Karten problemlos klappte. Nachmittags dann die deutsche SIM-Karte wieder eingelegt und bei schwierigem Empfang ein Telefonat mit dem ADAC in München geführt. Die haben dann den zuständigen AA in Inverness beauftragt und uns versichert, die Hotelkosten bis €85 pro Person und Nacht zu übernehmen. Wir mussten ja irgendwo übernachten, wenn unser Zuhause, wir leben ja in unserem Bus, plötzlich nicht mehr erreichbar ist, weil es in irgendeiner Werkstatt steht. Also per Internet und iPhone (mit weiterhin unzureichendem Netz!!!) schon mal auf die Suche nach Hotel und/ oder B&B gemacht. Das Nordseeöl und die Hochsaison, auch wenn man von der wettertechnisch so gar nichts merkt, treiben hier die Preise genau dahin: Zimmer ab £240. Noch mehr Frust! Aber prophylaktisch haben wir schon mal den Koffer gepackt. Dann eine lange Wartezeit, in der man so gar nichts mit sich und der Welt anfangen mag. Nach 2,5 Stunden kam ein Engel in Gestalt eines Mechanikers von Ross‘ Garage und stellte fest, dass die Bremsflüssigkeit weg ist. Beim T4 (bei unserem Baujahr) werden Kupplung und Bremsen in einem System mit Hydraulikflüssigkeit versorgt und die war schlicht nicht mehr im dafür zuständigen Tank. Nun also die Wunder:

1. Dass wir es lebendig durch die Highlands geschafft haben – es hätte ebenso gut auch einfach die Bremse ausfallen können. Bei dem z.T. 20%igen Gefälle und den scharfen Kuven mag man sich die Konsequenzen nicht einmal vorstellen.

2. Dass der AA-Mann alles vor Ort reparieren konnte und das mit vollem körperlichen Einsatz und unter tatkräftiger Hilfe von Campingplatznachbarn, die sowohl beim Übersetzten (broad Scottish to Scottish English) halfen, als auch Auffahrrampen etc. zum Aufbocken des Busses organisierten. 

3. Den ganzen Tag hatte es immer wieder geregnet. Recht ergiebig mitunter… Aber während der 1 1/2 stündigen Reparatur war hier in der Bucht trockenes und windstilles Wetter, während es ringsherum regnete. Als alles getan war (System entlüften, Flüssigkeit nachfüllen, Systeme in Funktion bringen, alles wieder zusammenbauen…), erschien über der Bucht, direkt vor uns, ein Regenbogen. Deutlicher konnte das Zeichen doch wohl nicht ausfallen, dass da jemand die schützenden Hände um uns herum gehalten hatte!!

Anschliessend gab es für alle Beteiligten heißen Tee, eine kurze Probefahrt über den Platz und wir und Betty Boo waren das Gesprächsthema Nr. 1 auf der campsite. Alle erkundigten sich danach mit großer Anteilnahme und Geschichten von anderen Katastrophen.

Black Isle

Nach einer spektakulären Fahrt quer durch die fliederfarbenen Highlands (die Heide blüht schon) bei schönstem Sonnenschein, Überquerung von zwei summits, bis zu 20% Steigung und Gefälle, die Betty Boo brav gefahren ist, vollgepackt natürlich, sind wir nun in Rosemarkie direkt an der Küste gelandet, Blick auf’s Wasser, Strand, steinerollende Brecher und haben beschlossen, jetzt einfach mal fünf Tage Urlaub am Meer zu machen. Vielleicht sehen wir Delfine. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass Bettys Kupplung die Bergüberquerung nicht gut vertragen hat und sie in die Werkstatt muss.

Betty Boo took us through the Highlands, with really spectacular views on roads with 20% steep hills up and down again. Now we’ll relax on the coast. We found a campsite directly by the water, a little sandy beach just in front of us. Maybe we can observe some dolphins here. More likely is that a car mechanic has to observe Betty Boo. Her clutch isn’t working properly after shifting the gears so much in the Highlands.

LEZ in London

Und dann kam ja noch ein Brief von Transport for London zu uns nach Hause, um uns darüber zu informieren, dass Betty Boo sich unerlaubterweise, d.h. nicht registriert, in Londons Niedrigemissionszone aufgehalten hat. Netterweise wurde, wohl weil wir Ausländer sind und das Nummernschild vorher nicht aufgefallen war, uns nur ein Verwarnungsbescheid zur Info ausgestellt. Falls wir aber noch mal mit dem Wagen die M25 Richtung London überqueren würden, würde dies £100 pro Tag kosten (und auch nur, wenn wir uns vorher registrieren lassen). Das war’s dann für Betty Boo mit London, sie ist halt kein Auto und entspricht leider so gar nicht dem Euro3-Standard.

Also Tipp an alle anderen: jede Art von Campervan ist nicht wirklich erwünscht in London. Fahrt immer schön drum herum, nur nicht die M25 überqueren.

5 Tage in Northumberland

Dort waren wir oberhalb des Strandes auf einem Campingplatz, unweit von Dunstenburgh Castle, welches auf vielen Fotos und Zeichnugen festgehalten wurde. Außerdem ging es einen Tag nach Newcastle, einen nach Berwick-upon-Tweed und Lindisfarne Island. Wir haben Kippers frisch aus dem Rauch aus Crasters berühmter Fischräucherei gegessen, zusammen mit neuen Kartoffeln und Sourcream – ein Gedicht! An einem Tag waren wir getrennt voneinander unterwegs: Kay blieb in den Dünen zum Zeichnen und Komponieren, Martina fuhr die ersten steilen Hügel entlang zu Cragside Hall, dem ersten Haus in England, das mit Wasserkraft betrieben wurde und so schon Mitte des 19. Jahrhunderts über Zentralheizung, Toilettenspülung, einem türkischen Bad, Fahrstühlen und elektrischer Beleuchtung innen und außen verfügte. 

Alles in allem ist Northumberland eine sehr zu empfehlende Ferienregion. Die coastal route führt immer an der Nordsee entlang. Leider mussten wir in strömendem Regen alles abbauen und zusammen packen. Das machte überhaupt keinen Spaß und war ein blöder Abschluss.

Five days in one of the UK’s top holiday regions: the Northumberland Coast. Our wonderful campground was sited almost near Dunstanburgh Castle and Craster – where we bought the famous and fabulous freshly smoked kippers. An exhausting trip to Newcastle and a visit at Berwick-upon-Tweed as well as on the Holy Island of Lindisfarne made our days in Northumbria worthwhile and just grrreat!!! 

Grüße aus Schottland

Ja, geschafft! Wir sind seit Freitag in Schottland, in Perth genauer gesagt und wieder auf einem Campingplatz des Camping and Caravanning Club. Und diesmal ist er so gut, dass wir eine ganze Woche bleiben werden. Langsam beginnt auch die Einsicht, dass dieses Leben kein Urlaub im eigentlichen Sinne ist, sondern unser normales Leben, wenn auch auf Zeit, sein wird. Und so verbringen wir die Zeit mit „Hausrenovierung“ (Vorzelt nachimprägnieren, eine weitere Kühlbox anschaffen, um eine mit Strom versorgen zu können, die Kabeltrommel so präparieren, damit auch der Steckdosenadapter drauf passt, Teppiche waschen); mit Nachdenken, ob wir unser Vorzelt mit einer mobilen Outdoorküche aufrüsten sollten; mit Ausruhen, damit das leichte Fieber und die Laryngitis, was Martina erwischt hat, auszukurieren (zu viel Regen beim Abbauen das letzte Mal und Temperaturen weit unter 10 Grad nachts); mit Shoppen in Gewerbegebieten (wir haben jetzt Gummistiefel, Martinas sind fuchsia-farben, war ein Angebot); mit Fotos beschriften (Ihr könnt Euch schon auf laaaaaange Diaabende freuen 😆) und so weiter. 

Heute ist das Wetter sehr schön und wir sind nach einem Rekonvaleszenzspaziergang auf Kinnoull Hill und wieder hinunter, durch die Branklyn Gardens und den Greyfriars Burial Ground im City Center von Perth gelandet und haben endlich wieder Wlan zum Bloggen und mit der Außenwelt in Kontakt zu treten.
Yeah, finally we reached Scotland and are staying in Perth for a week, relaxing, doing household things, re-prooving the awning (due to the really wet summer weather here), improving our kitchen with a new coolbox and our feet with new wellies. Today we explored the Kinnoull Woodlands, Branklyn Gardens and just now the Town Center of Perth.